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Rubrik: Warum ist das so?Thema: Gesundheit

Warum riechen deine Darmgase nach faulen Eiern?

Der größte Teil deiner Darmgase riecht nach nichts. Den typischen Geruch nach faulen Eiern verursachen vor allem Schwefelgase, die Darmbakterien bilden; die Antworten beruhen auf einem europäischen Konsens von Fachgesellschaften, 3 Übersichtsarbeiten und einer Messstudie.

Stand 20.10.20263 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

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Slide 1: Warum riechen deine Darmgase nach faulen Eiern? Eine Person mit lockiger Haarwolke und weißem Kittel untersucht mit einer Lupe die Gasblasen, die aus einem schwebenden Modell eines Darmabschnitts aufsteigen; daneben steht Kopfi klein mit fragender Miene.
Slide 2: Bakterien bilden Schwefelgase. Bakterien in deinem Dickdarm bilden beim Abbau von Eiweiß Schwefelwasserstoff, der nach faulen Eiern riecht. Die Zeichnung zeigt einen Abschnitt des Dickdarms im Längsschnitt mit rosa Wand und weißem Innenraum. Links liegen 2 Eiweißketten, in denen je 1 Baustein gelb markiert ist, in der Mitte 3 Stäbchenbakterien mit kleinen Gasbläschen, rechts größere Gasblasen, die meisten weiß, 2 gelb. Ein gelber Pfeil über dem Darm zeigt die Richtung nach rechts, rechts daneben steht Kopfi.
Slide 3: Woher stammt der Schwefel? Eiweiß enthält die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin. Darmbakterien bauen sie ab und setzen dabei Schwefelwasserstoff frei. Andere Bakterien veratmen Sulfat statt Sauerstoff und bilden Schwefelwasserstoff. Den Schwefel liefern Eiweißbausteine und Sulfat.
Slide 4: Was zeigte ein Messversuch? In einer Einzelstudie mit 16 Personen hing die Stärke des Geruchs mit dem Gehalt an Schwefelwasserstoff zusammen. Die Säulengrafik „Mittlerer Gehalt im Darmgas in Mikromol je Liter“ zeigt für „Schwefelwasserstoff“ 1,06, für „Methanthiol“ 0,21 und für „Dimethylsulfid“ 0,08. Damit mehr Gas entstand, nahmen die Teilnehmenden vorher Pintobohnen und den vergärbaren Zucker Lactulose zu sich.
Slide 5: Woher stammen die übrigen Gase? Geschluckte Luft bringt vor allem Stickstoff in deinen Darm. Beim Vergären von Ballaststoffen bilden Bakterien Wasserstoff und Kohlendioxid. Bestimmte Archaeen bilden aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan. Die Hauptbestandteile riechen nicht.
Slide 6: Wie viel riecht überhaupt? Geruchsstoffe machen weniger als 1 % deiner Darmgase aus; der Rest ist geruchlos. Die Grafik stellt 2 Karten nebeneinander. Links steht „Geruchlos“ mit weißen Gasblasen und der Angabe über 99 %, rechts „Riechend“ mit einer gelben Blase und Geruchslinien und der Angabe unter 1 %: So klein ist laut einer Übersichtsarbeit der Anteil der Geruchsstoffe am Darmgas. Im Versuch von 1998 machten die 3 Schwefelgase rund 0,003 % des Gases aus (eigene Umrechnung).
Slide 7: Den Geruch prägen Schwefelgase. Wie oft am Tag, schätzt du, entweichen einem Menschen Darmgase?
Slide 8: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

Den Geruch verursachen vor allem Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff, die Darmbakterien beim Abbau von Eiweiß bilden, und Schwefelwasserstoff riecht nach faulen Eiern.1 2 Der größte Teil deiner Darmgase ist dagegen geruchlos; Geruchsstoffe machen laut einer Übersichtsarbeit weniger als 1 % davon aus.1 5 Schwefelgase sind nach einer Messstudie die wichtigsten, aber nicht die einzigen Geruchsträger.4

Die Inhalte erklären Forschungsergebnisse und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

01die antwort

Warum riechen Darmgase nach faulen Eiern?

Bakterien in deinem Dickdarm bilden beim Abbau von Eiweiß Schwefelwasserstoff, und dieses Gas riecht nach faulen Eiern.1 2 Nach einem europäischen Konsens der Fachgesellschaften ESNM und UEG geht der Geruch von Darmgasen vor allem auf schwefelhaltige Verbindungen wie Schwefelwasserstoff und Methanthiol zurück, die beim bakteriellen Abbau von Eiweiß entstehen.1

Eine Übersichtsarbeit über Mikroben und unangenehme Gerüche nennt Schwefelwasserstoff, Methanthiol und Dimethylsulfid als die Stoffe, die für den Geruch von Darmgasen und Stuhl verantwortlich sind.2 Für Schwefelwasserstoff gibt sie den Geruch ausdrücklich mit faulen Eiern an.2

Ganz allein sind die Schwefelgase aber nicht für den Geruch verantwortlich: Nach einer Messstudie von 1998 sind sie die wichtigsten, aber nicht die einzigen Geruchsträger.4

Die Zeichnung zeigt einen Abschnitt des Dickdarms im Längsschnitt mit rosa Wand und weißem Innenraum. Links liegen 2 Eiweißketten, in denen je 1 Baustein gelb markiert ist, in der Mitte 3 Stäbchenbakterien mit kleinen Gasbläschen, rechts größere Gasblasen, die meisten weiß, 2 gelb. Ein gelber Pfeil über dem Darm zeigt die Richtung nach rechts, rechts daneben steht Kopfi.

02der schwefel

Woher stammt der Schwefel?

Eiweiß enthält die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin.3 Wenn Darmbakterien Eiweiß vergären, bauen sie diese Aminosäuren ab und setzen dabei Schwefelwasserstoff frei.3

Eine 2. Quelle ist Sulfat: Bestimmte Bakterien, die sulfatreduzierenden Bakterien, nutzen freies Sulfat statt Sauerstoff für ihre Atmung und bilden dabei ebenfalls Schwefelwasserstoff.3

  1. Eiweiß enthält

    die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin.3

  2. Darmbakterien

    bauen sie ab und setzen dabei Schwefelwasserstoff frei.3

  3. Andere Bakterien

    veratmen Sulfat statt Sauerstoff und bilden Schwefelwasserstoff.3

Den Schwefel liefern Eiweißbausteine und Sulfat.3

03der versuch

Was zeigte ein Messversuch?

Gezielt untersucht hat den Geruch eine Einzelstudie von 1998 mit 16 gesunden Personen.4 Damit mehr Gas entstand, nahmen die Teilnehmenden vorher Pintobohnen und den vergärbaren Zucker Lactulose zu sich; ihre Darmgase wurden vollständig aufgefangen, und 2 Prüfer bewerteten den Geruch.3 4

Unter den Schwefelgasen überwog Schwefelwasserstoff mit durchschnittlich 1,06 Mikromol je Liter, gefolgt von Methanthiol mit 0,21 und Dimethylsulfid mit 0,08 Mikromol je Liter.4 Die Stärke des Geruchs hing mit dem Gehalt an Schwefelwasserstoff zusammen.4 Das ist ein statistischer Zusammenhang, kein Beweis für eine Ursache.

Die Forschenden gaben den Gasproben außerdem Zinkacetat zu, das Schwefelwasserstoff und Methanthiol bindet.4 Es senkte den Gehalt an Schwefelgasen, beseitigte den Geruch der Proben aber nicht vollständig.4

Mittlerer Gehalt im Darmgas in Mikromol je Liter4

Schwefelwasserstoff1,06
Methanthiol0,21
Dimethylsulfid0,08
Damit mehr Gas entstand, nahmen die Teilnehmenden vorher Pintobohnen und den vergärbaren Zucker Lactulose zu sich.4

04die übrigen gase

Woher stammen die übrigen Gase?

Den größten Teil der Darmgase bilden geruchlose Gase.1 Stickstoff stammt vor allem aus geschluckter Luft, Wasserstoff und Kohlendioxid entstehen, wenn Bakterien Kohlenhydrate wie Ballaststoffe vergären.3 5

Methan bilden bestimmte Archaeen, eine eigene Gruppe von Mikroben neben den Bakterien; sie nutzen dafür Kohlendioxid und Wasserstoff.3 Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan riechen nicht.5

Welche Gase in welcher Menge entstehen, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden.3 Es hängt unter anderem von der Zusammensetzung der Darmflora, der Darmpassage, dem Gesundheitszustand und der Ernährung ab.3

  1. Geschluckte Luft

    bringt vor allem Stickstoff in deinen Darm.3

  2. Beim Vergären

    von Ballaststoffen bilden Bakterien Wasserstoff und Kohlendioxid.3 5

  3. Bestimmte Archaeen

    bilden aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan.3

Der größte Teil der Gase riecht nicht.1 5

05die einordnung

Wie viel der Darmgase riecht überhaupt?

Geruchsstoffe machen laut einer Übersichtsarbeit weniger als 1 % der Darmgase aus; der Rest ist geruchlos.5 Schwefelwasserstoff gilt im Darmgas als Spurengas, das nur in sehr geringen Mengen vorkommt.3

Die Messwerte von 1998 bestätigen diese Größenordnung: Zusammen ergeben die 3 Schwefelgase 1,35 Mikromol je Liter Gas.4 Rechnet man das für ein ideales Gas bei Normaldruck um, sind das rund 0,003 % des aufgefangenen Gases (eigene Umrechnung).4 Diese Rechnung gilt nur für den Versuch mit Pintobohnen und Lactulose.

Die Grafik stellt 2 Karten nebeneinander. Links steht „Geruchlos“ mit weißen Gasblasen und der Angabe über 99 %, rechts „Riechend“ mit einer gelben Blase und Geruchslinien und der Angabe unter 1 %: So klein ist laut einer Übersichtsarbeit der Anteil der Geruchsstoffe am Darmgas. Im Versuch von 1998 machten die 3 Schwefelgase rund 0,003 % des Gases aus (eigene Umrechnung).

06häufige fragen

Häufige Fragen

Warum riechen Darmgase nach faulen Eiern?

Darmbakterien bilden beim Abbau von Eiweiß Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff, und Schwefelwasserstoff riecht nach faulen Eiern.1 2

Woraus bestehen Darmgase?

Vor allem aus geruchlosen Gasen: Stickstoff aus geschluckter Luft sowie Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan, die bei der Gärung im Darm entstehen.3 5 Geruchsstoffe machen weniger als 1 % aus.5

Riecht Methan im Darmgas?

Nein, Methan ist wie Wasserstoff und Kohlendioxid geruchlos.5 Den Geruch prägen Schwefelgase wie Schwefelwasserstoff.1 4

Wie oft am Tag entweichen Darmgase?

Nach dem europäischen Konsens der Fachgesellschaften ESNM und UEG sind es durchschnittlich etwa 10-mal am Tag.1

Sind Schwefelgase die einzigen Geruchsträger?

Nein: In einer Messstudie beseitigte Zinkacetat, das Schwefelwasserstoff und Methanthiol bindet, den Geruch der Proben nicht vollständig.4 Schwefelgase sind danach die wichtigsten, aber nicht die einzigen Geruchsträger.4

07belege

Belege

  1. [1]Melchior, C. u. a. (2025). European Consensus on Functional Bloating and Abdominal Distension … United European Gastroenterology Journal 13 (9), 1613–1651. doi.org/10.1002/ueg2.70098
  2. [2]Mogilnicka, I., Bogucki, P., Ufnal, M. (2020). Microbiota and Malodor – Etiology and Management. International Journal of Molecular Sciences 21 (8), 2886. doi.org/10.3390/ijms21082886
  3. [3]Larik, G. N. F. u. a. (2026). Intestinal gases as markers to study the diet–gut microbiota–host metabolism axis … Gut Microbes 18 (1), 2701495. doi.org/10.1080/19490976.2026.2701495
  4. [4]Suarez, F. L., Springfield, J., Levitt, M. D. (1998). Identification of gases responsible for the odour of human flatus … Gut 43 (1), 100–104. doi.org/10.1136/gut.43.1.100
  5. [5]Rowland, I. u. a. (2018). Gut microbiota functions: metabolism of nutrients and other food components. European Journal of Nutrition 57 (1), 1–24. doi.org/10.1007/s00394-017-1445-8

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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