01die antwort
Warum ist schon wenig so gefährlich?
Der Grüne Knollenblätterpilz ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) der giftigste Pilz in Deutschland.1 Seine Giftstoffe können zu Leberversagen führen, und schon ein Bruchteil einer normalen Pilzmahlzeit kann für Erwachsene und Kinder tödlich sein.1
Die Giftstoffe heißen Amatoxine; es sind Ringmoleküle aus 8 Aminosäuren.3 4 Sie gelangen in die Leberzellen und zerstören sie.3

02die leber
Was macht das Gift in der Leber?
Amatoxine überstehen Magensäure und Verdauungsenzyme.3 Über den Darm gelangen sie rasch ins Blut und erreichen zuerst die Leber, das hauptsächlich betroffene Organ.3 Transportproteine schleusen sie dort in die Leberzellen ein.3 Über die Galle gelangt ein Teil des Gifts zurück in den Darm und erreicht die Leber erneut.3
In der Zelle blockieren Amatoxine die RNA-Polymerase II.3 Dieses Enzym schreibt Gene in Boten-RNA ab, die Vorlage für neue Eiweiße.3 Ohne Boten-RNA entstehen kaum noch Eiweiße, und die Zellen sterben schließlich ab.3
Die RNA-Polymerase II schreibt Gene in Boten-RNA ab, die Vorlage für neue Eiweiße.3
Amatoxine trotzen
Magensäure und Verdauungsenzymen.3
Über den Darm
gelangen sie rasch ins Blut und zuerst zur Leber.3
In die Leberzellen
schleusen Transport-Eiweiße sie ein.3
Ohne neue Eiweiße sterben die Zellen schließlich ab.3
03der verlauf
Warum merkst du zunächst nichts?
Nach einer Mahlzeit mit Knollenblätterpilz vergehen durchschnittlich 8 bis 10 Stunden ohne Beschwerden, selten bis zu 36 Stunden.2 Weil das Gift die Eiweißbildung in den Leberzellen blockiert, beginnen die Beschwerden erst, wenn die Zellen schon erheblich geschädigt sind.2
Typischerweise folgen bis zu 2 Tage lang Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.2 Danach klingen sie langsam ab, eine scheinbare Besserung, während die Schädigung von Leber und Nieren fortschreitet; die Leberwerte erreichen um Tag 3 ihren Gipfel.2
Fehlende frühe Beschwerden schließen nicht aus, dass viel Gift aufgenommen wurde.2 Das BfR rät, bei Unwohlsein nach einer Pilzmahlzeit unverzüglich eine Ärztin, einen Arzt oder ein Giftinformationszentrum zu konsultieren; wer mitgegessen hat, sollte sich auch ohne Beschwerden ärztlich untersuchen lassen.1
04der anteil
Welcher Pilz ist am tödlichsten?
In Deutschland gehen laut BfR etwa 10 % aller Pilzvergiftungen auf Knollenblätterpilze zurück.1 Bei den tödlichen Pilzvergiftungen sind es nach Schätzung des BfR mindestens 80 %.1 Ihr Anteil an den Todesfällen ist damit mindestens 8-mal so hoch wie an allen Vergiftungen.1
Wer unsicher ist, ob ein Pilz giftig oder essbar ist, sollte laut BfR immer eine Pilzberaterin oder einen Pilzberater fragen.1

05die hitze
Warum hilft Kochen nicht?
Amatoxine sind hitzebeständig; übliches Kochen und Trocknen zerstören sie nicht.3 Getrocknete Sammlungspilze enthielten nach mindestens 20 Jahren noch Amatoxine.3
Braten und Grillen senkten den Giftgehalt in einem Versuch nur um 20 bis 30 %.4 In einem Fallbericht blieben Pilze nach 7 bis 8 Monaten im Gefrierfach tödlich.3
Amatoxine sind
hitzebeständig und überstehen übliches Kochen.3
Braten und Grillen
senkten den Gehalt in einem Versuch nur um 20 bis 30 %.4
Eingefroren
blieben Pilze in einem Fallbericht tödlich.3
Getrocknete Sammlungspilze enthielten nach 20 Jahren noch Amatoxine.3
06häufige fragen
Häufige Fragen
Warum ist der Knollenblätterpilz so giftig?
Seine Amatoxine gelangen in die Leberzellen und blockieren dort die RNA-Polymerase II; ohne neue Eiweiße sterben die Zellen ab.3
Wann treten nach einer Pilzvergiftung erste Beschwerden auf?
Beim Knollenblätterpilz durchschnittlich nach 8 bis 10 Stunden, selten erst nach bis zu 36 Stunden.2
Zerstört Kochen das Gift?
Nein, Amatoxine sind hitzebeständig und überstehen übliches Kochen; Braten und Grillen senkten den Gehalt in einem Versuch nur um 20 bis 30 %.3 4
Was rät das BfR bei einem Verdacht?
Bei Unwohlsein nach einer Pilzmahlzeit unverzüglich eine Ärztin, einen Arzt oder ein Giftinformationszentrum zu konsultieren.1
07belege
Belege
- [1]Bundesinstitut für Risikobewertung (2026). Pilze: Verwechslungen können tödlich enden. Presseinformation 27/2026 vom 30.09.2026. www.bfr.bund.de/presseinformation/pilze-verwechslungen-koennen-toedlich-enden-2026/, abgerufen am 19.10.2026
- [2]Dimitrova, T., Cherneva, D., Mihalev, K., Iliev, I., Yaneva, G., Georgieva, S. (2026). Amatoxin Intoxication and Wild Mushroom Poisoning: Current Advances in Diagnosis, Risk Stratification, and Clinical Management. Toxins 18 (5), 216. doi.org/10.3390/toxins18050216
- [3]Kayes, T., Ho, V. (2024). Amanita phalloides-Associated Liver Failure: Molecular Mechanisms and Management. International Journal of Molecular Sciences 25 (23), 13028. doi.org/10.3390/ijms252313028
- [4]Vetter, J. (2023). Amanitins: The Most Poisonous Molecules of the Fungal World. Molecules 28 (15), 5932. doi.org/10.3390/molecules28155932
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