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Rubrik: Fakt statt FakeThema: Gesundheit

Bekommst du vom Fingerknacken Arthrose?

Viele fürchten, dass Fingerknacken die Gelenke abnutzt. In 2 Beobachtungsstudien hatten Menschen, die oft mit den Fingern knackten, aber nicht häufiger Arthrose in den Händen.

Stand 20.10.20263 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

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Slide 1: Bekommst du vom Fingerknacken Arthrose? Eine Person mit kurzem blondem Haar und rosa Pulli streckt die Arme über den Kopf, verschränkt die Finger und lässt die Gelenke knacken, gelbe Knack-Striche an den Händen; sie lächelt mit geschlossenen Augen; daneben steht Kopfi klein mit Lupe.
Slide 2: Nein. Wer oft mit den Fingern knackte, hatte in Studien nicht häufiger Arthrose in den Händen. Beim Knacken bildet sich Gas im Gelenk. Die Grafik ordnet 3 mögliche Folgen des Fingerknackens auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „offen“ bis „gezeigt“ ein. Für Arthrose der Hand spricht die Studienlage dagegen, es fand sich kein Zusammenhang. Zur Griffkraft sind die Befunde uneinheitlich. Dass die Gelenke direkt nach dem Knacken etwas beweglicher sind, hat eine Studie gezeigt.
Slide 3: Was knackt da eigentlich? Unter Zug haften die Gelenkflächen zunächst aneinander, springen dann auseinander, und gelöstes Gas bildet einen Hohlraum. Schema eines Fingergrundgelenks zwischen Mittelhandknochen und Finger in 3 Zuständen. In Ruhe liegen die mit Knorpel überzogenen Gelenkflächen eng beieinander, umgeben von Gelenkflüssigkeit. Unter Zug haften sie noch aneinander. Nach dem Knacken ist der Gelenkspalt weiter, und darin liegt ein Hohlraum aus Gas. Das Schema ist nicht maßstäblich. Wie das Knackgeräusch genau entsteht, ist noch nicht geklärt.
Slide 4: Woher stammt die Sorge? Die Sorge beruht auf einer Theorie; belegt ist ein Knorpelschaden durch Fingerknacken nicht. Ab 1971 galt das Zusammenfallen einer Gasblase als Ursache. Dieser Vorgang nutzt etwa Schiffsschrauben ab. Daher fürchtete man Schäden am Knorpel.
Slide 5: Was zeigte ein MRT-Versuch? Im MRT entstand der Hohlraum beim Knacken und blieb unter Zug bestehen. Die Grafik zeigt 2 Türme aus Blöcken, 1 Block steht für 0,2 mm. Im MRT war der Gelenkspalt unmittelbar vor dem Knacken durchschnittlich 0,93 mm weit, das sind 4,65 Blöcke; unmittelbar danach 1,89 mm, das sind 9,45 Blöcke. Der Spalt hat sich etwa verdoppelt. Gemessen wurde an 10 Fingergrundgelenken eines einzigen Mannes. Gemessen wurde der Gelenkspalt von 10 Gelenken eines einzigen Mannes.
Slide 6: Spielt die Menge eine Rolle? Fingerknacken war in dieser Fall-Kontroll-Studie kein Risikofaktor für Arthrose in der Hand. Die Grafik fasst eine Fall-Kontroll-Studie mit 215 Menschen von 50 bis 89 Jahren zusammen, deren Hand geröntgt worden war. Ein maßstabsgetreuer Balken zeigt die Gruppengrößen: 135 Menschen mit Arthrose der Hand in Rosa und 80 ohne Arthrose in Lavendel. Fingerknacken war bei Arthrose nicht häufiger, und auch Dauer und Gesamtmenge des Knackens hingen nicht mit Arthrose zusammen.
Slide 7: Was ergab ein Selbstversuch? Die Grafik stellt 2 Karten gegenüber. Links steht die linke Hand mit gelben Knack-Strichen: Diese Hand knackte ein Arzt 50 Jahre lang. Rechts steht die rechte Hand, die ihm als Vergleich diente. In keiner Hand fand er Arthrose; als Einzelfall belegt das keine Regel. In keiner Hand fand er Arthrose, doch ein Einzelfall belegt keine Regel. Ein Arzt knackte 50 Jahre lang die Fingergelenke seiner linken Hand.
Slide 8: Hat das Knacken andere Folgen? Eine Beobachtungsstudie fand 1990 bei Knackenden öfter Schwellungen und weniger Griffkraft. Eine Ultraschallstudie fand 2017 beides nicht. Anteilskreis der 300 Patienten ab 45 Jahren aus einer Beobachtungsstudie von 1990: 74 knackten gewohnheitsmäßig mit den Fingern, 226 nicht. Bei den 74 waren geschwollene Hände und eine geringere Griffkraft häufiger; sie arbeiteten aber auch häufiger körperlich. Eine Ultraschallstudie mit 40 Erwachsenen fand 2017 weder Schwellungen noch weniger Griffkraft.
Slide 9: Wer knackt, hat nicht öfter Arthrose. Wie oft am Tag knackst du mit deinen Fingern?
Slide 10: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

Wer oft mit den Fingern knackte, hatte in 2 Beobachtungsstudien nicht häufiger Arthrose in den Händen.1 2 Beim Knacken springen die Gelenkflächen unter Zug auseinander, und gelöstes Gas bildet einen Hohlraum; wie das Geräusch genau entsteht, ist noch nicht geklärt.4 Ob häufiges Knacken die Griffkraft mindert, ist offen.2 3

Die Inhalte erklären Forschungsergebnisse und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

01die antwort

Macht Fingerknacken Arthrose?

Nach heutigem Stand nicht: Wer oft mit den Fingern knackte, hatte in Studien nicht häufiger Arthrose in den Händen.1 2 Eine Fall-Kontroll-Studie fand im Knacken keinen Risikofaktor für Arthrose der Hand, und eine Studie mit 300 Patienten fand in keiner Gruppe häufiger Arthrose der Hand.1 2

Beide Arbeiten sind Beobachtungsstudien; einen kontrollierten Langzeitversuch gibt es nicht.1 2 Offen ist, ob häufiges Knacken die Griffkraft mindert.2 3 Direkt nach dem Knacken waren die Gelenke in einer Studie etwas beweglicher.3

Die Grafik ordnet 3 mögliche Folgen des Fingerknackens auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „offen“ bis „gezeigt“ ein. Für Arthrose der Hand spricht die Studienlage dagegen, es fand sich kein Zusammenhang. Zur Griffkraft sind die Befunde uneinheitlich. Dass die Gelenke direkt nach dem Knacken etwas beweglicher sind, hat eine Studie gezeigt.

02das gelenk

Was knackt da eigentlich?

Unter Zug haften die Gelenkflächen zunächst aneinander und springen dann schlagartig auseinander.4 Dabei tritt in der Gelenkflüssigkeit gelöstes Gas aus und bildet einen Hohlraum.4 Wie das Knackgeräusch genau entsteht, ist noch nicht geklärt.4

Ab 1971 galt das Zusammenfallen einer Gasblase als Ursache des Geräuschs.4 Ein solcher Vorgang nutzt etwa Schiffsschrauben ab, und daher fürchtete man Schäden am Knorpel.1 4 Die Sorge beruht auf einer Theorie; belegt ist ein Knorpelschaden durch Fingerknacken nicht.1 4

SCHEMA, nicht maßstäblichKnorpelMittelhandFingerGasin Ruheunter Zugnach dem Knacken

Wie das Knackgeräusch genau entsteht, ist noch nicht geklärt.4

  1. Ab 1971 galt

    das Zusammenfallen einer Gasblase als Ursache.4

  2. Dieser Vorgang

    nutzt etwa Schiffsschrauben ab.1 4

  3. Daher fürchtete

    man Schäden am Knorpel.1

03der versuch

Was zeigte ein MRT-Versuch?

2015 filmten Forschende das Knacken in Echtzeit im Magnetresonanztomografen (MRT), an 10 Fingergrundgelenken eines einzigen Mannes.4 Der Hohlraum entstand im Moment des Knackens und blieb bestehen, solange der Zug anhielt.4

Unmittelbar vor dem Knacken war der Gelenkspalt durchschnittlich 0,93 mm weit, unmittelbar danach 1,89 mm; er hat sich damit etwa verdoppelt.4 Wie laut der Vorgang ist, erklärt der Versuch nach Angabe der Autoren nicht.4

Die Grafik zeigt 2 Türme aus Blöcken, 1 Block steht für 0,2 mm. Im MRT war der Gelenkspalt unmittelbar vor dem Knacken durchschnittlich 0,93 mm weit, das sind 4,65 Blöcke; unmittelbar danach 1,89 mm, das sind 9,45 Blöcke. Der Spalt hat sich etwa verdoppelt. Gemessen wurde an 10 Fingergrundgelenken eines einzigen Mannes. Gemessen wurde der Gelenkspalt von 10 Gelenken eines einzigen Mannes.

04die menge

Spielt die Menge eine Rolle?

Eine Fall-Kontroll-Studie verglich 135 Menschen mit und 80 ohne Arthrose der Hand, alle zwischen 50 und 89 Jahre alt und mit geröntgter Hand.1 Fingerknacken war bei Arthrose nicht häufiger als ohne, und auch Dauer und Gesamtmenge des Knackens hingen nicht mit Arthrose zusammen.1

Ein Arzt knackte 50 Jahre lang die Fingergelenke seiner linken Hand, die rechte diente als Vergleich.5 Er fand in keiner Hand Arthrose und erhielt 2009 den Ig-Nobelpreis für Medizin; ein Einzelfall belegt aber keine Regel.5

Die Grafik fasst eine Fall-Kontroll-Studie mit 215 Menschen von 50 bis 89 Jahren zusammen, deren Hand geröntgt worden war. Ein maßstabsgetreuer Balken zeigt die Gruppengrößen: 135 Menschen mit Arthrose der Hand in Rosa und 80 ohne Arthrose in Lavendel. Fingerknacken war bei Arthrose nicht häufiger, und auch Dauer und Gesamtmenge des Knackens hingen nicht mit Arthrose zusammen.

Ein Arzt knackte 50 Jahre lang die Fingergelenke seiner linken Hand.5

05weitere folgen

Hat das Knacken andere Folgen?

Eine Beobachtungsstudie mit 300 Patienten ab 45 Jahren fand 1990 bei den 74 Knackenden öfter geschwollene Hände und eine geringere Griffkraft.2 Wer knackte, arbeitete aber auch häufiger körperlich.2

Eine Ultraschallstudie mit 40 Erwachsenen fand 2017 weder Schwellungen noch eine geringere Griffkraft.3 Unmittelbar nach dem Knacken waren die Gelenke dort etwas beweglicher.3 Fallberichte nennen vereinzelt Verletzungen durch sehr kräftiges Knacken.1

Anteilskreis der 300 Patienten ab 45 Jahren aus einer Beobachtungsstudie von 1990: 74 knackten gewohnheitsmäßig mit den Fingern, 226 nicht. Bei den 74 waren geschwollene Hände und eine geringere Griffkraft häufiger; sie arbeiteten aber auch häufiger körperlich. Eine Ultraschallstudie mit 40 Erwachsenen fand 2017 weder Schwellungen noch weniger Griffkraft.

06häufige fragen

Häufige Fragen

Bekommt man vom Fingerknacken Arthrose?

Nach 2 Beobachtungsstudien nicht: Wer oft mit den Fingern knackte, hatte nicht häufiger Arthrose in den Händen.1 2

Was knackt beim Fingerknacken?

Unter Zug springen die Gelenkflächen auseinander, und gelöstes Gas bildet einen Hohlraum; wie das Geräusch genau entsteht, ist noch nicht geklärt.4

Schadet Fingerknacken der Griffkraft?

Das ist offen: Eine Studie von 1990 fand bei Knackenden weniger Griffkraft, eine Ultraschallstudie von 2017 nicht.2 3

Was zeigte der Selbstversuch mit einer Hand?

Ein Arzt knackte 50 Jahre lang nur die Finger seiner linken Hand und fand in keiner Hand Arthrose; ein Einzelfall belegt aber keine Regel.5

07belege

Belege

  1. [1]deWeber, K., Olszewski, M., Ortolano, R. (2011). Knuckle Cracking and Hand Osteoarthritis. The Journal of the American Board of Family Medicine 24 (2), 169–174. doi.org/10.3122/jabfm.2011.02.100156
  2. [2]Castellanos, J., Axelrod, D. (1990). Effect of habitual knuckle cracking on hand function. Annals of the Rheumatic Diseases 49 (5), 308–309. doi.org/10.1136/ard.49.5.308
  3. [3]Boutin, R. D., Netto, A. P., Nakamura, D., Bateni, C., Szabo, R. M., Cronan, M., Foster, B., Barfield, W. R., Seibert, J. A., Chaudhari, A. J. (2017). „Knuckle Cracking“: Can Blinded Observers Detect Changes with Physical Examination and Sonography? Clinical Orthopaedics & Related Research 475 (4), 1265–1271. doi.org/10.1007/s11999-016-5215-3
  4. [4]Kawchuk, G. N., Fryer, J., Jaremko, J. L., Zeng, H., Rowe, L., Thompson, R. (2015). Real-Time Visualization of Joint Cavitation. PLOS ONE 10 (4), e0119470. doi.org/10.1371/journal.pone.0119470
  5. [5]Unger, D. L. (1998). Does knuckle cracking lead to arthritis of the fingers? Arthritis & Rheumatism 41 (5), 949–950. Leserbrief. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9588755/

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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