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Rubrik: Fakt statt FakeThema: Ernährung

Machen dich Süßstoffe am Ende hungriger?

Oft heißt es, Süßstoffe machten Appetit auf mehr. Gegenüber Wasser steigerten sie in Versuchen aber weder den Hunger noch die aufgenommene Energie; ob sie das Gewicht auf Dauer senken, ist dagegen offen.

Stand 20.10.20263 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

swipedichschlau
Slide 1: Machen dich Süßstoffe am Ende hungriger?
Slide 2: Nein. Gegenüber Wasser steigerten Süßstoffe in Versuchen weder den Hunger noch die aufgenommene Energie. Die Grafik ordnet 3 mögliche Wirkungen von Süßstoffen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „offen“ bis „gezeigt“ ein. Dass Süßstoffe hungriger machen als Wasser, spricht die Studienlage dagegen. Ob sie das Körpergewicht auf Dauer senken, ist offen, weil Versuche und Beobachtungsstudien sich widersprechen. Dass Menschen weniger Energie aufnehmen, wenn Süßstoff den Zucker ersetzt, haben Versuche gezeigt.
Slide 3: Woher stammt die Vermutung? Manche Studien deuten an, dass Süßstoffe den Appetit anregen. Nach Zucker dämpfen Signale aus dem Stoffwechsel den Hunger. Süßstoffe liefern süßen Geschmack, aber keine Energie. Ohne diese Signale könnte der Hunger größer ausfallen.
Slide 4: Wie reagiert dein Gehirn? In einem Versuch mit 75 jungen Erwachsenen steigerte Sucralose die Durchblutung des Hypothalamus, der den Hunger mitsteuert. Die Grafik stellt 2 Karten gegenüber. Links steht „Hunger“ mit einem leeren Teller: Nach einem Getränk mit dem Süßstoff Sucralose war der Hunger so groß wie nach Wasser. Rechts steht „Blutfluss“ mit einem Gehirn: Die Durchblutung des Hypothalamus, einer Hirnregion, die den Hunger mitsteuert, war nach Sucralose höher als nach Wasser und als nach einem gleich süßen Zuckergetränk. Nach dem Zuckergetränk war der Hunger geringer als nach Sucralose. Der Hunger war so groß wie nach Wasser, aber größer als nach Zucker.
Slide 5: Wie viel isst du danach? In 56 Studien bekamen Menschen vor einer Testmahlzeit Süßstoff oder zum Vergleich etwa Zucker oder Wasser, meist im Getränk. Gegenüber Wasser nahmen sie gleich viel Energie auf. Gegenüber Zucker waren es rund 94 kcal weniger. Fehlende Energie holten Erwachsene nur zu 43 % nach.
Slide 6: Und über mehrere Wochen? Eine Metaanalyse von 2024 wertete 21 Versuche aus, die mindestens 4 Wochen dauerten. Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Vermutung: „Mit Süßstoff isst du über den Tag verteilt mehr.“ Darunter steht der Befund einer Metaanalyse von 21 Versuchen mit mindestens 4 Wochen Dauer: Gegenüber Wasser stieg die Energieaufnahme nicht gesichert, gegenüber Zucker sank sie um rund 175 kcal am Tag.
Slide 7: Und nach 1 Jahr? Die Säulengrafik „Gewichtsabnahme nach 1 Jahr in kg“ zeigt für „Ohne Süßstoff“ (137 Erwachsene) 5,6 und für „Mit Süßstoff“ (140 Erwachsene) 7,2. Der Hunger unterschied sich nicht. Nach einer Diät hielten Erwachsene mit Übergewicht ihr Gewicht mit Süßstoff besser.
Slide 8: Was rät die WHO? Die WHO rät, Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle zu nutzen, weil ein Nutzen auf Dauer nicht belegt ist. Die Grafik stellt 2 Karten gegenüber. Links stehen „Versuche“ mit einer Personenwaage: In kurzen Versuchen, meist bis 3 Monate, führten Süßstoffe zu etwas weniger Körpergewicht. Rechts steht „beobachtet“ mit 2 Köpfen: In Beobachtungsstudien über bis zu 10 Jahre hatten Menschen, die mehr Süßstoff aufnahmen, einen höheren BMI. Die WHO hält es für möglich, dass dabei auch umgekehrte Ursachen eine Rolle spielen. Kurze Versuche zeigten weniger Gewicht, Langzeitbeobachtungen einen höheren BMI.
Slide 9: Mehr Hunger ist nicht belegt. Wie viele Getränke mit Süßstoff trinkst du in einer Woche?
Slide 10: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

Gegenüber Wasser steigerten Süßstoffe in Versuchen weder den Hunger noch die aufgenommene Energie.2 3 4 Ersetzten sie Zucker, nahmen Menschen weniger Energie auf, über einzelne Mahlzeiten wie über mehrere Wochen.2 3 Die WHO rät dennoch, Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle zu nutzen, weil ein Nutzen auf Dauer nicht belegt ist.1

Die Inhalte erklären Forschungsergebnisse und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

01die antwort

Machen Süßstoffe hungriger?

Nein, das ist nicht belegt: Gegenüber Wasser steigerten Süßstoffe in Versuchen weder den Hunger noch die aufgenommene Energie.2 3 4 Ersetzten sie Zucker, nahmen Menschen weniger Energie auf.2 3

Offen ist dagegen, ob Süßstoffe das Körpergewicht auf Dauer senken: Kurze Versuche und ein Versuch über 1 Jahr sprechen dafür, Beobachtungsstudien über viele Jahre eher dagegen.1 5

Die Grafik ordnet 3 mögliche Wirkungen von Süßstoffen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „offen“ bis „gezeigt“ ein. Dass Süßstoffe hungriger machen als Wasser, spricht die Studienlage dagegen. Ob sie das Körpergewicht auf Dauer senken, ist offen, weil Versuche und Beobachtungsstudien sich widersprechen. Dass Menschen weniger Energie aufnehmen, wenn Süßstoff den Zucker ersetzt, haben Versuche gezeigt.

02die vermutung

Woher stammt die Vermutung?

Manche Studien deuten an, dass Süßstoffe den Appetit anregen.4 Die Überlegung dahinter: Nach Zucker dämpfen Signale aus dem Stoffwechsel den Hunger; Süßstoffe liefern süßen Geschmack, aber keine Energie, und ohne diese Signale könnte der Hunger größer ausfallen.4

In einem Versuch mit 75 jungen Erwachsenen tranken alle nacheinander ein Getränk mit dem Süßstoff Sucralose, ein gleich süßes Zuckergetränk und Wasser.4 Nach Sucralose stieg die Durchblutung des Hypothalamus, einer Hirnregion, die den Hunger mitsteuert, stärker als nach Wasser und nach Zucker.4 Der Hunger war nach Sucralose aber so groß wie nach Wasser, nur größer als nach dem Zuckergetränk.4

Das ist der Befund eines einzelnen Versuchs; einen Schluss auf das Essen im Alltag erlaubt er nicht.4

Die Grafik stellt 2 Karten gegenüber. Links steht „Hunger“ mit einem leeren Teller: Nach einem Getränk mit dem Süßstoff Sucralose war der Hunger so groß wie nach Wasser. Rechts steht „Blutfluss“ mit einem Gehirn: Die Durchblutung des Hypothalamus, einer Hirnregion, die den Hunger mitsteuert, war nach Sucralose höher als nach Wasser und als nach einem gleich süßen Zuckergetränk. Nach dem Zuckergetränk war der Hunger geringer als nach Sucralose. Der Hunger war so groß wie nach Wasser, aber größer als nach Zucker.
  1. Nach Zucker

    dämpfen Signale aus dem Stoffwechsel den Hunger.4

  2. Süßstoffe liefern

    süßen Geschmack, aber keine Energie.4

  3. Ohne diese Signale

    könnte der Hunger größer ausfallen.4

03die mahlzeit

Wie viel isst du danach?

Eine Übersichtsarbeit fasste 56 Studien zusammen, in denen Menschen vor einer Testmahlzeit Süßstoff oder zum Vergleich etwa Zucker oder Wasser bekamen, meist im Getränk.2 Gegenüber Wasser nahmen sie gleich viel Energie auf, gegenüber Zucker rund 94 kcal weniger.2 Die fehlende Energie aus dem Zucker holten Erwachsene beim Essen nur zu 43 % nach.2 Die Arbeit entstand in einer von der Industrie finanzierten Expertengruppe.2

Eine unabhängig finanzierte Metaanalyse von 2024 wertete 21 Versuche mit Erwachsenen aus, die mindestens 4 Wochen dauerten.3 Gegenüber Wasser stieg die Energieaufnahme nicht gesichert, gegenüber Zucker sank sie um rund 175 kcal am Tag.3

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Vermutung: „Mit Süßstoff isst du über den Tag verteilt mehr.“ Darunter steht der Befund einer Metaanalyse von 21 Versuchen mit mindestens 4 Wochen Dauer: Gegenüber Wasser stieg die Energieaufnahme nicht gesichert, gegenüber Zucker sank sie um rund 175 kcal am Tag.
  1. Gegenüber Wasser

    nahmen sie gleich viel Energie auf.2

  2. Gegenüber Zucker

    waren es rund 94 kcal weniger.2

  3. Fehlende Energie

    holten Erwachsene nur zu 43 % nach.2

04der langzeitversuch

Und nach 1 Jahr?

Im europäischen Versuch SWEET machten Erwachsene mit Übergewicht zuerst 2 Monate eine Diät und ernährten sich danach 10 Monate gesund.5 Eine Gruppe ersetzte zuckerreiche Produkte durch solche mit Süßstoff, die andere nicht.5

Nach 1 Jahr hatten die 140 Erwachsenen mit Süßstoff durchschnittlich 7,2 kg abgenommen, die 137 ohne Süßstoff 5,6 kg.5 Der Hunger unterschied sich zwischen den Gruppen nicht.5 Finanziert wurde der Versuch von der EU; einzelne Forschende erhielten Honorare oder Projektmittel von Süßstoff- und Getränkeverbänden.5

Gewichtsabnahme nach 1 Jahr in kg5

Ohne Süßstoff137 Erwachsene5,6
Mit Süßstoff140 Erwachsene7,2
Der Hunger unterschied sich nicht.5

Nach einer Diät hielten Erwachsene mit Übergewicht ihr Gewicht mit Süßstoff besser.5

05die leitlinie

Was rät die WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät, Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle zu nutzen, weil ein Nutzen auf Dauer nicht belegt ist.1 Die Empfehlung ist bedingt, die Evidenz gering; für Menschen mit Diabetes gilt sie nicht.1

Kurze Versuche, meist bis 3 Monate, zeigten mit Süßstoff etwas weniger Körpergewicht; in Beobachtungsstudien über bis zu 10 Jahre hatten Menschen, die mehr Süßstoff aufnahmen, dagegen einen höheren BMI.1 Die WHO hält es für möglich, dass dabei auch umgekehrte Ursachen eine Rolle spielen, etwa weil Menschen mit Übergewicht eher zu Süßstoff greifen.1

Die Grafik stellt 2 Karten gegenüber. Links stehen „Versuche“ mit einer Personenwaage: In kurzen Versuchen, meist bis 3 Monate, führten Süßstoffe zu etwas weniger Körpergewicht. Rechts steht „beobachtet“ mit 2 Köpfen: In Beobachtungsstudien über bis zu 10 Jahre hatten Menschen, die mehr Süßstoff aufnahmen, einen höheren BMI. Die WHO hält es für möglich, dass dabei auch umgekehrte Ursachen eine Rolle spielen. Kurze Versuche zeigten weniger Gewicht, Langzeitbeobachtungen einen höheren BMI.

06häufige fragen

Häufige Fragen

Macht Süßstoff hungrig?

Gegenüber Wasser steigerten Süßstoffe in Versuchen weder den Hunger noch die aufgenommene Energie.2 3 4

Löst Süßstoff Heißhunger aus?

Belegt ist das nicht; in einem Versuch über 1 Jahr unterschied sich der Hunger mit und ohne Süßstoff nicht.5

Hilft Süßstoff beim Abnehmen?

Das ist offen: Kurze Versuche zeigten etwas weniger Gewicht, Beobachtungsstudien über viele Jahre einen höheren BMI.1

Was rät die WHO zu Süßstoffen?

Die WHO rät bedingt, Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle zu nutzen; für Menschen mit Diabetes gilt die Empfehlung nicht.1

07belege

Belege

  1. [1]World Health Organization (2023). Use of non-sugar sweeteners: WHO guideline. Genf: WHO. www.who.int/publications/i/item/9789240073616, abgerufen am 19.10.2026
  2. [2]Rogers, P. J., Hogenkamp, P. S., de Graaf, C., Higgs, S., Lluch, A., Ness, A. R., Penfold, C., Perry, R., Putz, P., Yeomans, M. R., Mela, D. J. (2016). Does low-energy sweetener consumption affect energy intake and body weight? A systematic review, including meta-analyses, of the evidence from human and animal studies. International Journal of Obesity 40 (3), 381–394. doi.org/10.1038/ijo.2015.177
  3. [3]Rostampour, K., Moghtaderi, F., Najafi, A., Seyedjafari, B., Salehi-Abargouei, A. (2024). The effects of non-nutritive sweeteners on energy and macronutrients intake in adults: a grade-assessed systematic review and meta-analyses of randomized controlled trials. Frontiers in Nutrition 11, 1475962. doi.org/10.3389/fnut.2024.1475962
  4. [4]Chakravartti, S. P., Jann, K., Veit, R., Liu, H., Yunker, A. G., Angelo, B., Monterosso, J. R., Xiang, A. H., Kullmann, S., Page, K. A. (2025). Non-caloric sweetener effects on brain appetite regulation in individuals across varying body weights. Nature Metabolism 7 (3), 574–585. doi.org/10.1038/s42255-025-01227-8
  5. [5]Pang, M. D., Kjølbæk, L., Bastings, J. J. A. J., Andersen, S. S. H., u. a., Raben, A. (2025). Effect of sweeteners and sweetness enhancers on weight management and gut microbiota composition in individuals with overweight or obesity: the SWEET study. Nature Metabolism 7 (10), 2083–2098. doi.org/10.1038/s42255-025-01381-z

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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