01die antwort
Warum tut eine Umarmung gut?
Berührung dämpft Stress: Laut einer Metaanalyse lindert sie Angst und Schmerz, und eine Umarmung kann zudem soziale Unterstützung vermitteln.1 2
Fachleute vermuten 2 Wege.4 C-taktile Fasern der Haut sprechen schon auf leichte Berührung an; ihre Signale könnten über den Parasympathikus deine Stressreaktion bremsen.4 5 Zugleich zeigt dir eine Umarmung Zuwendung und Zugehörigkeit.2 4

C-taktile Fasern
der Haut sprechen schon auf leichte Berührung an.5
Ihre Signale
könnten über den Parasympathikus deine Stressreaktion bremsen.4
Fachleute vermuten 2 Wege.4
02die wirkung
Wie stark wirkt Berührung?
Eine Metaanalyse fasste 137 Studien zu Berührung zusammen.1 In 85 Studien mit überwiegend Erwachsenen, meist zu Massagen von im Median 20 Minuten, linderte Berührung vor allem Schmerz, Angst und depressive Gefühle.1 Den Gesamteffekt werten die Autoren als mittelgroß.1 Ob sehr kurze Berührungen genauso wirken, ist offen, weil kaum eine Studie unter 5 Minuten lag.1
Bei Erwachsenen wirkte Berührung durch Vertraute nicht stärker als durch Fachkräfte; nur bei Neugeborenen nützte die Berührung der Eltern mehr.1 Berührung durch Objekte oder Roboter half der Psyche weniger als Berührung durch Menschen.1
Effektstärke (Hedges’ g) bei Erwachsenen1
03der versuch
Was zeigte ein Stresstest?
In einem Versuch durchliefen 159 Teilnehmende einen genormten Stresstest mit einem Vorstellungsgespräch für ihren Traumberuf.4 Kurz davor erhielt ein Teil eine 20 Sekunden lange Umarmung einer Studienhelferin.4
Danach lag ihr Cortisol niedriger als ohne Berührung, ihr Stressempfinden aber nicht.4 Eine Selbstberührung, etwa die Hand auf dem Herzen, wirkte in diesem Versuch ähnlich.4
159 Teilnehmende
durchliefen einen genormten Stresstest mit Vorstellungsgespräch.4
Kurz davor
erhielt ein Teil eine 20 Sekunden lange Umarmung einer Helferin.4
Ihr Cortisol
lag danach niedriger als ohne Berührung, ihr Stressempfinden nicht.4
Eine Umarmung dämpfte den Anstieg des Stresshormons.4
04der alltag
Hilft Umarmen nach Streit?
In Abendbefragungen von 404 Erwachsenen an 14 Tagen trübte Streit die Stimmung weniger, wenn es am selben Tag eine Umarmung gab.3 Das ist ein Zusammenhang, kein Beleg für eine Ursache.3
Dieselben 404 Gesunden erhielten danach Erkältungsviren und blieben in Quarantäne.2 Wer häufig umarmt worden war, steckte sich seltener an und zeigte nach einer Infektion mildere Krankheitszeichen.2 Voll ausgeprägte Erkältungen traten aber nicht messbar seltener auf.2

404 Gesunde
gaben 14 Abende lang Streit und Umarmungen an.2
Dann erhielten
sie Erkältungsviren in Quarantäne.2
Häufig Umarmte
zeigten nach einer Infektion mildere Krankheitszeichen.2
Häufig Umarmte steckten sich seltener an.2
05die belege
Wie sicher ist dieses Wissen?
Gut belegt ist, dass Berührung Angst und Schmerz lindert.1 Für einen Schutz vor Infekten gibt es erste Hinweise aus 1 Beobachtungsstudie.2 Dass das Hormon Oxytocin die Wirkung erklärt, gilt bisher als Hypothese.1 4
Nicht jede Berührung ist angenehm; die Forschung betrachtet einvernehmliche Umarmungen und Berührungen.1 5

06häufige fragen
Häufige Fragen
Warum tun Umarmungen gut?
Berührung lindert laut einer Metaanalyse Angst und Schmerz, und eine Umarmung kann soziale Unterstützung vermitteln.1 2
Senkt eine Umarmung Stress?
In einem Versuch lag das Stresshormon Cortisol nach einer Umarmung von 20 Sekunden niedriger als ohne Berührung, das Stressempfinden aber nicht.4
Müssen es Vertraute sein?
Bei Erwachsenen wirkte Berührung durch Vertraute nicht stärker als durch Fachkräfte.1
07belege
Belege
- [1]Packheiser, J., Hartmann, H., Fredriksen, K., Gazzola, V., Keysers, C., Michon, F. (2024). A systematic review and multivariate meta-analysis of the physical and mental health benefits of touch interventions. Nature Human Behaviour 8 (6), 1088–1107. doi.org/10.1038/s41562-024-01841-8
- [2]Cohen, S., Janicki-Deverts, D., Turner, R. B., Doyle, W. J. (2015). Does Hugging Provide Stress-Buffering Social Support? A Study of Susceptibility to Upper Respiratory Infection and Illness. Psychological Science 26 (2), 135–147. doi.org/10.1177/0956797614559284
- [3]Murphy, M. L. M., Janicki-Deverts, D., Cohen, S. (2018). Receiving a hug is associated with the attenuation of negative mood that occurs on days with interpersonal conflict. PLOS ONE 13 (10), e0203522. doi.org/10.1371/journal.pone.0203522
- [4]Dreisoerner, A., Junker, N. M., Schlotz, W., Heimrich, J., Bloemeke, S., Ditzen, B., van Dick, R. (2021). Self-soothing touch and being hugged reduce cortisol responses to stress: A randomized controlled trial on stress, physical touch, and social identity. Comprehensive Psychoneuroendocrinology 8, 100091. doi.org/10.1016/j.cpnec.2021.100091
- [5]Schirmer, A., Croy, I., Ackerley, R. (2023). What are C-tactile afferents and how do they relate to „affective touch“? Neuroscience & Biobehavioral Reviews 151, 105236. doi.org/10.1016/j.neubiorev.2023.105236
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