01die antwort
Warum wird die Luft knapp?
Im Schädel wird es eng: Durch Zucht ist der Gesichtsschädel des Mopses stark verkürzt, das Weichgewebe darin wie Gaumensegel und Zunge aber nicht im gleichen Maß.1 2 Das verengt die oberen Atemwege.1
Enge Nasenlöcher bremsen den Luftstrom schon am Eingang.2 5 In der Nase wachsen die Nasenmuscheln weiter, obwohl das Mittelgesicht kurz bleibt; sie sind deshalb relativ zu groß und engen die Nase ein.2 Das Gaumensegel ist zu lang und engt den Rachen ein.1 2 5
Fachleute sprechen vom brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom, kurz BOAS; brachyzephal heißt kurzköpfig.1 5

In der Nase
sind die Nasenmuscheln relativ zu groß.2
Fachleute nennen das Leiden kurz BOAS.1
02die anzeichen
Ist Schnarchen rassetypisch?
Schnarchen und lautes Atmen zählen zu den Anzeichen von BOAS, ebenso Atemnot beim Einatmen und eine geringe Verträglichkeit von Hitze und Belastung.1 3 In schweren Fällen kann es zu Ohnmachtsanfällen kommen.1
Weil solche Zeichen oft als rassetypisch gelten, unterschätzen Befragungen von Halterinnen und Haltern die Häufigkeit vermutlich.3

03die schnauze
Wie kurz ist zu kurz?
In einer Studie mit 700 Hunden verschiedener Rassen stieg das Risiko für BOAS steil, je kürzer die Schnauze im Verhältnis zum Hirnschädel war.2 Atemprobleme traten nur bei Hunden auf, deren Schnauze weniger als halb so lang war wie der Hirnschädel.2
Beim Mops misst die Schnauze durchschnittlich rund 11 % der Länge des Hirnschädels.2 3 Übergewicht erhöhte das Risiko zusätzlich.1 2

Bei 700 Hunden stieg das Risiko, je kürzer die Schnauze war.2
04die häufigkeit
Wie viele Möpse sind betroffen?
Wie häufig deutliche Atemprobleme sind, hängt stark davon ab, welche Möpse untersucht werden.1 3 Unter 189 Möpsen einer Cambridger Studie von 2017, die überwiegend freiwillig teilnahmen, hatten 65 % deutliche Atemprobleme, also Grad 2 oder 3.1
In 900 Prüfungen der britischen Zuchtprüfung waren es 20 %.3 Seit 2019 prüft der Royal Kennel Club dort die Atmung von Hunden, die für die Zucht vorgesehen sind; Fachleute hören die Atemwege vor und nach einer Belastung ab.3 Weil die Teilnahme freiwillig ist, fehlen schwer erkrankte Hunde vermutlich häufiger.3
Die Atemfunktion ist mäßig erblich; eine gezielte Zucht innerhalb der Rasse kann sie deshalb verbessern.3
Möpse mit deutlichen Atemproblemen (Grad 2 oder 3) in Prozent1 3
Seit 2019 prüft
der britische Kennel Club die Atmung von Zuchthunden.3
Vor und nach
Belastung hören Fachleute die Atemwege ab.3
Die Atemfunktion
ist mäßig erblich; Zucht kann sie verbessern.3
Ab Grad 2 von 3 gilt ein Hund als erkrankt.3
05das gesetz
Was sagt das Gesetz?
Das Tierschutzgesetz verbietet in § 11b Zuchten, wenn bei den Nachkommen erblich umgestaltete Körperteile oder Organe Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen.4 Ein Gutachten zur Auslegung dieses Verbots von Qualzüchtungen nannte 1999 den Mops unter den kurzköpfigen Rassen.5
Es empfahl, unverhältnismäßig kurze Gesichtsknochen aus der Zucht auszuschließen.5
06häufige fragen
Häufige Fragen
Warum hat der Mops Atemnot?
Sein Gesichtsschädel ist durch Zucht stark verkürzt, das Weichgewebe aber nicht im gleichen Maß; das verengt die Atemwege.1 2
Was ist BOAS beim Hund?
Das brachyzephale obstruktive Atemwegssyndrom: verengte Atemwege bei kurzköpfigen Hunden, etwa durch enge Nasenlöcher und ein zu langes Gaumensegel.1 2
07belege
Belege
- [1]Liu, N.-C., Troconis, E. L., Kalmar, L., Price, D. J., Wright, H. E., Adams, V. J., Sargan, D. R., Ladlow, J. F. (2017). Conformational risk factors of brachycephalic obstructive airway syndrome (BOAS) in pugs, French bulldogs, and bulldogs. PLOS ONE 12 (8), e0181928. doi.org/10.1371/journal.pone.0181928
- [2]Packer, R. M. A., Hendricks, A., Tivers, M. S., Burn, C. C. (2015). Impact of Facial Conformation on Canine Health: Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome. PLOS ONE 10 (10), e0137496. doi.org/10.1371/journal.pone.0137496
- [3]Ilska, J. J., McDonnell, F., Ladlow, J. F. (2026). Quantitative genetic analysis of respiratory function and related traits in Bulldogs, French Bulldogs and Pugs. PLOS ONE 21 (5), e0348023. doi.org/10.1371/journal.pone.0348023
- [4]Tierschutzgesetz, § 11b, zuletzt geändert am 20.12.2022. www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__11b.html, abgerufen am 19.10.2026
- [5]Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht (1999). Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen). tierschutz.hessen.de/sites/tierschutz.hessen.de/files/2022-11/bmel_gutachten_qualzucht_1999_1.pdf, abgerufen am 19.10.2026
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