01die antwort
Warum suchst du Bestätigung?
Bestätigung ist der Normalfall: Informationen passend zur eigenen Überzeugung zu verarbeiten, gilt als Grundprinzip menschlichen Denkens.3 Es tritt auch auf, wenn Menschen kein Interesse an einem bestimmten Ergebnis haben.3 Laut einer Metaanalyse über 91 Studien wählen Menschen eher Informationen, die ihre Meinung stützen, als widersprechende.2
Fachleute sprechen vom Bestätigungsfehler: Belege werden zugunsten bestehender Annahmen gesucht und gedeutet.1 Beim Suchen wählst du eher Passendes aus, beim Deuten liest du Neues eher als Bestätigung, und Gegenbelegen zum Trotz bleibst du oft bei deiner Meinung.3

Beim Suchen
wählst du eher Passendes aus.3
Beim Deuten
liest du Neues eher als Bestätigung.3
Gegenbelegen
zum Trotz bleibst du oft bei deiner Meinung.3
Belege werden zugunsten bestehender Annahmen gesucht und gedeutet.1
02die vorliebe
Wie stark ist die Vorliebe?
Die Metaanalyse fasste 91 Studien mit knapp 8.000 Personen zusammen.2 Die Chance, eine stützende Information zu wählen, war fast doppelt so hoch wie für eine widersprechende; das Chancenverhältnis lag bei 1,92.2
Als Erklärungen gelten Entlastung und Abwehr: Passendes ist vermutlich leichter zu verarbeiten, und der Wunsch, die eigene Meinung gegen Widerspruch zu verteidigen, wog in der Metaanalyse stärker als das Streben nach Genauigkeit.2
Bei Wertfragen wie der Kindererziehung war die Vorliebe mehr als doppelt so stark wie bei Fragen ohne Wertbezug, etwa der Wahl eines Geschenks.2 Schwächer war sie, wenn Menschen sich ihrer Meinung sicher waren.2

Kognitiv gesehen
ist Passendes vermutlich leichter zu verarbeiten.2
Als Abwehrmotiv
gilt der Wunsch, deine Meinung gegen Widerspruch zu verteidigen.2
Bei Wertfragen
wie der Kindererziehung war die Vorliebe über doppelt so stark.2
Als Erklärungen gelten Entlastung und Abwehr.2
03die absicht
Tust du das bewusst?
In einem Versuch sollten 713 Personen ein Lebensmittel oder Getränk nennen, dessen Wirkung auf die Gesundheit sie nicht sicher kannten, und einen Suchbegriff dazu wählen.4 Die Richtung des Suchbegriffs hing mit ihrer eigenen Annahme zusammen.4
Nur 8 % gaben an, den Suchbegriff gewählt zu haben, um ihre Annahme zu bestätigen; auch ohne sie blieb der Zusammenhang bestehen.4

04der suchbegriff
Was bewirkt dein Suchbegriff?
Einseitige Suchbegriffe liefern einseitige Treffer, bei einer Suchmaschine wie bei ChatGPT.4 Das zeigte eine Reihe von 21 Studien mit 9.906 Personen.4
In einer davon suchten 346 Studierende per Los entweder nach Vorteilen oder nach Risiken von Koffein und wählten danach einen Energydrink mit oder ohne Koffein.4 Nach der Suche nach Vorteilen wählten 52 % den Energydrink mit Koffein, nach der Suche nach Risiken nur 36 %.4
Breiter angelegte Trefferlisten halfen mehr als der Hinweis, an den Gegenbegriff zu denken.4

Einseitige Suchbegriffe liefern einseitige Treffer.4
05das ziel
Wie lenkt dein Ziel die Suche?
In einer Studie mit 484 Personen zwischen 5 und 55 Jahren suchten diejenigen einseitiger nach Informationen, die andere später überzeugen sollten.5 Nützten widersprechende Informationen dagegen einem aktuellen Ziel, wählten Menschen sie bevorzugt.2
Die Zahlen sind Durchschnittswerte aus Versuchen; wie stark die Vorliebe ausfällt, hängt vom Thema und vom Ziel ab.2 4

06häufige fragen
Häufige Fragen
Was ist der Bestätigungsfehler?
Der Bestätigungsfehler, englisch Confirmation Bias, bezeichnet, Belege zugunsten bestehender Annahmen zu suchen und zu deuten.1
Wie stark ist der Confirmation Bias?
Über 91 Studien war die Chance, eine stützende Information zu wählen, fast doppelt so hoch wie für eine widersprechende.2
Sucht man absichtlich einseitig?
Meist nicht: In einem Versuch mit 713 Personen nannten nur 8 % Bestätigung als Ziel ihres Suchbegriffs.4
Was hilft gegen einseitige Suchergebnisse?
In einer Studienreihe halfen breiter angelegte Trefferlisten mehr als der Hinweis, an den Gegenbegriff zu denken.4
07belege
Belege
- [1]Nickerson, R. S. (1998). Confirmation Bias: A Ubiquitous Phenomenon in Many Guises. Review of General Psychology 2 (2), 175–220. doi.org/10.1037/1089-2680.2.2.175
- [2]Hart, W., Albarracín, D., Eagly, A. H., Brechan, I., Lindberg, M. J., Merrill, L. (2009). Feeling validated versus being correct: A meta-analysis of selective exposure to information. Psychological Bulletin 135 (4), 555–588. doi.org/10.1037/a0015701
- [3]Oeberst, A., Imhoff, R. (2023). Toward Parsimony in Bias Research: A Proposed Common Framework of Belief-Consistent Information Processing for a Set of Biases. Perspectives on Psychological Science 18 (6), 1464–1487. doi.org/10.1177/17456916221148147
- [4]Leung, E., Urminsky, O. (2025). The narrow search effect and how broadening search promotes belief updating. Proceedings of the National Academy of Sciences 122 (13), e2408175122. doi.org/10.1073/pnas.2408175122
- [5]Özkan, F. E., Ronfard, S. (2026). The boundaries and ontogeny of myside bias. Journal of Experimental Psychology: General 155 (6), 1523–1535. doi.org/10.1037/xge0001932
KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.
Weitere Beiträge findest du in der Rubrik „Warum ist das so?“, im Thema „Psychologie“ und in der Übersicht aller Beiträge. Wie wir Quellen auswählen und prüfen, steht unter So arbeiten wir.
Eine Kommentarfunktion gibt es auf dieser Website nicht. Fragen, Einwände und eigene Erfahrungen sammeln wir auf unserem Instagram-Kanal.
Diskutiere mit auf Instagram











