01die antwort
Wie groß ist die Lücke?
Frauen von 40 bis 49 Jahren hatten 2021/22 durchschnittlich 1,55 Kinder; im Idealfall hätten sie sich 2,14 gewünscht.1 Die Lücke beträgt rund 0,6 Kinder.1 Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung wertete dafür die Angaben von 3.074 Frauen in Deutschland aus.1
Die Forschung unterscheidet dabei das Ideal von der realistischen Planung.2 Das Ideal ist die Kinderzahl, die du dir ohne alle Hindernisse wünschen würdest; die Planung ist die Zahl, die du realistisch betrachtet insgesamt erwartest.2 Tatsächlich zählen alle leiblichen Kinder, die jemand bis dahin bekommen hat.1
Das Ideal
ist die Kinderzahl, die du dir ohne alle Hindernisse wünschen würdest.2
Die Planung
ist die Zahl, die du realistisch betrachtet insgesamt erwartest.2
Tatsächlich zählen
alle leiblichen Kinder, die du bis dahin bekommen hast.1
Die Forschung unterscheidet das Ideal von der realistischen Planung.2
02das alter
Was ändert sich mit dem Alter?
Mit 18 bis 29 Jahren hatten Frauen durchschnittlich 0,23 Kinder, planten 1,98 und hielten 2,38 für ideal.1 Mit 30 bis 39 Jahren waren es 1,24, 1,85 und 2,32 Kinder, mit 40 bis 49 Jahren 1,55, 1,62 und 2,14.1
Mit 40 bis 49 Jahren planten Frauen damit kaum mehr Kinder, als sie hatten; ihr Ideal lag weiter deutlich darüber.1 Das Forschungsteam deutet das als Anpassung der Planung an die mit dem Alter sinkenden Chancen auf ein Kind.1 Verglichen werden dabei verschiedene Altersgruppen, nicht dieselben Frauen im Lauf ihres Lebens.1
Das Forschungsteam deutet das als Anpassung der Planung an die mit dem Alter sinkenden Chancen auf ein Kind.1
03die statistik
Wie viele Kinder hat eine Frau?
Die amtliche Statistik trennt die endgültige Kinderzahl eines Jahrgangs von der Geburtenrate eines Jahres.3 Frauen des Jahrgangs 1976 bekamen bis zum Alter von 49 Jahren durchschnittlich 1,58 Kinder.3
Die Geburtenrate, genauer die zusammengefasste Geburtenziffer, lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau, dem niedrigsten Stand seit 1997.3 Sie ist ein theoretischer Wert und kann auch sinken, wenn Frauen ihre Kinder später bekommen.2

04der trend
Sinkt auch der Kinderwunsch?
Frauen von 18 bis 39 Jahren planten 2024/25 durchschnittlich 1,69 Kinder; 2021/22 und 2022/23 waren es 1,85, 2023/24 noch 1,79.2 Männer planten zuletzt 1,64 Kinder.2
Die Kinderzahl, die Frauen und Männer für ideal halten, blieb dagegen mit 2,2 bis 2,3 stabil.2
Geplante Kinderzahl von Frauen zwischen 18 und 39 Jahren, Mittelwert2
05die planung
Womit geht die Planung einher?
Ein Kind in den nächsten 3 Jahren planten 2023/24 nur 24 % der Frauen von 30 bis 39 Jahren, 2021/22 waren es noch 28 %.4 Verheiratete Frauen planten mehr Kinder, und ihre Lücke war kleiner.1
Große Sorgen um Klima und Demokratie gingen mit einem kleineren Kinderwunsch einher.2 In einem Befragungsexperiment in 4 Ländern, darunter Deutschland, wog bei gedachten Lebenslagen das Haushaltseinkommen am meisten.5
Ein wiederholter Aufschub kann auch zu ungewollter Kinderlosigkeit führen.4 Alle Befunde beschreiben Zusammenhänge und Durchschnittswerte von Gruppen, keine Ursachen und keine einzelnen Lebenswege.1 2
06häufige fragen
Häufige Fragen
Wie viele Kinder bekommt eine Frau in Deutschland?
Frauen des Jahrgangs 1976 bekamen durchschnittlich 1,58 Kinder; die Geburtenrate lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau.3
Wie viele Kinder wünschen sich Frauen?
Als ideal gelten durchschnittlich 2,2 bis 2,3 Kinder; realistisch planten Frauen von 18 bis 39 Jahren 2024/25 durchschnittlich 1,69.2
Wie groß ist die Lücke zwischen Wunsch und Kinderzahl?
Frauen von 40 bis 49 Jahren hatten 2021/22 durchschnittlich rund 0,6 Kinder weniger, als sie sich im Idealfall gewünscht hätten.1
Was ist die Geburtenrate?
Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau bekäme, wenn sie sich wie alle Frauen von 15 bis 49 Jahren im betrachteten Jahr verhielte.3
07belege
Belege
- [1]Friedrich, C., Bujard, M. (2025). Intended, ideal, and actual fertility in 11 European countries. Evidence on fertility gaps in different age groups from the Generations and Gender Survey. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Working Paper 2/2025. doi.org/10.5281/zenodo.17092718
- [2]Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2026). Geburtentief und sinkende Kinderwünsche: Wie Zukunftssorgen und regionale Bedingungen die Familienplanung junger Menschen begleiten. FReDA Policy Brief 9/2026. www.bib.bund.de/Publikation/2026/pdf/Geburtentief-und-sinkende-Kinderwuensche-FReDA-Policy-Brief.pdf, abgerufen am 19.10.2026
- [3]Statistisches Bundesamt (2026). Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau. Pressemitteilung Nr. 230 vom 01.07.2026. www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_230_12.html, abgerufen am 19.10.2026
- [4]Friedrich, C., Bujard, M. (2025). Stabile Kinderwünsche trotz Geburtenrückgang. Werden Geburten wegen der Krisen aufgeschoben? BiB.Aktuell 6/2025. www.bib.bund.de/Publikation/2025/pdf/Stabile-Kinderwuensche-trotz-Geburtenrueckgang.pdf, abgerufen am 19.10.2026
- [5]Aassve, A., Mencarini, L., Peng, C., Plach, S., Amarales, A. R., Tanturri, M. L. (2026). Parenthood decisions in uncertain times: Experimental evidence from four countries. Proceedings of the National Academy of Sciences 123 (31), e2601690123. doi.org/10.1073/pnas.2601690123
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