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Rubrik: Fakt statt FakeThema: Gesundheit

Schläfst du bei Vollmond schlechter?

Eine Laborstudie mit 33 Personen fand um Vollmond rund 20 Minuten weniger Schlaf. Größere Studien konnten das nicht bestätigen, eine Feldstudie fand dagegen ein Muster in den Nächten vor Vollmond. Die Daten sind uneinheitlich.

Stand 20.10.20263 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

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Slide 1: Schläfst du bei Vollmond schlechter? Eine Person mit langem blondem Haar und rosa Schlafanzug sitzt nachts im Bett, die mintfarbene Decke über den Beinen, hält einen Wecker in beiden Händen und schaut neugierig zum Vollmond; daneben steht Kopfi klein mit Lupe.
Slide 2: Teils. Eine Laborstudie mit 33 Personen fand um Vollmond 20 Minuten weniger Schlaf. Größere Studien fanden keinen gesicherten Unterschied. Die Säulengrafik „Untersuchte Personen je Studie“ zeigt für „Labor“ (20 Min. kürzer) 33, für „3 Datensätze“ (nicht bestätigt) 1.265 und für „Zuhause“ (ohne Befund) 2.125. Die beiden größeren Studien fanden keinen gesicherten Zusammenhang mit der Mondphase.
Slide 3: Wie entstand der Laborbefund? Im Basler Labor schliefen 33 Personen ohne Hinweise auf die Uhrzeit. Erst nachträglich ordneten die Forschenden jede Nacht einer Mondphase zu. Weder Teilnehmende noch Forschende wussten im Versuch von dieser Auswertung.
Slide 4: Was maß das Schlaflabor? Zudem sank das Schlafhormon Melatonin, und die Personen bewerteten ihren Schlaf schlechter. Der Schlaf dauerte rund 20 Minuten kürzer. Das Einschlafen dauerte rund 5 Minuten länger. Die Delta-Wellen des Tiefschlafs nahmen um 30 % ab.
Slide 5: Was zeigte sich zu Hause? Forschende aus Lausanne maßen den Schlaf von 2.125 Erwachsenen zu Hause. Die Mondphase machte keinen signifikanten Unterschied. Die Grafik zeigt 2 fast gleich hohe Türme aus Blöcken, 1 Block steht für 1 Stunde Schlaf. Links steht der gelbe Turm für Nächte um Vollmond mit durchschnittlich 398 Minuten Schlaf, rechts der blaue Turm für Nächte um Neumond mit 403 Minuten. Der Unterschied von 5 Minuten war statistisch nicht signifikant.
Slide 6: Warum gibt es Widersprüche? Ein Team konnte den Laborbefund in 2.097 Nächten von 1.265 Personen nicht bestätigen und vermutet eine Publikationsverzerrung. Die Grafik streicht die Vermutung „Veröffentlichte Studien bilden alle durchgeführten Studien ab“ durch. Darunter steht als Befund der Satz „Studien ohne Befund bleiben häufiger unveröffentlicht, Fachleute sprechen vom Schubladenproblem“.
Slide 7: Was zeigte eine Feldstudie? In einer Feldstudie mit 98 Angehörigen der Toba/Qom in Argentinien begann der Schlaf in den Nächten vor Vollmond später und war kürzer. Die Säulengrafik „Weniger Schlaf bei Mondlicht am Abend, in Minuten“ zeigt für „ohne Strom“ (ländlich) 25, für „wenig Licht“ (ländlich) 19 und für „viel Licht“ (Kleinstadt) 11. Mit mehr elektrischem Licht fiel der Unterschied kleiner aus.
Slide 8: Warum glauben so viele daran? In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage nannten 36 % von 1.815 Befragten den Mond als Störfaktor ihres Schlafs. Die Grafik zeigt in 4 Reihen, wie viele Befragte einer Online-Umfrage welche Umweltursache für schlechten Schlaf nannten, 1 Figur steht für rund 1 von 10 Befragten: den Mond 36 Prozent (4 Figuren), die Temperatur draußen 31 Prozent (3 Figuren), Lärm im Haus 26 Prozent (3 Figuren) und schlechtes Wetter 22 Prozent (2 Figuren). Klagen über den Mond häuften sich nach Vollmond, der Autor vermutet auch Erwartungseffekte.
Slide 9: Die Daten sind uneinheitlich. Um wie viele Minuten verändert sich dein Schlaf bei Vollmond nach deiner Schätzung?
Slide 10: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

In einer nachträglichen Auswertung im Basler Schlaflabor schliefen 33 Personen um Vollmond rund 20 Minuten kürzer.1 Größere Studien mit 1.265 und 2.125 Personen fanden keinen gesicherten Zusammenhang mit der Mondphase.2 4 Eine Feldstudie in Argentinien fand späteren und kürzeren Schlaf in den Nächten vor Vollmond; ob das Mondlicht die Ursache ist, ließ sich nicht nachweisen.3

Die Inhalte erklären Forschungsergebnisse und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

01die antwort

Schläfst du bei Vollmond wirklich schlechter?

Teils: Eine Laborstudie mit 33 Personen fand um Vollmond rund 20 Minuten weniger Schlaf.1 2 Größere Studien fanden dagegen keinen gesicherten Unterschied.2 4

Im Basler Schlaflabor schliefen die Teilnehmenden ohne Hinweise auf die Uhrzeit; erst nachträglich ordneten die Forschenden jede Nacht einer Mondphase zu, und weder die Teilnehmenden noch die Versuchsleitung wussten während der Studie davon.1

Um Vollmond dauerte der Schlaf rund 20 Minuten kürzer, das Einschlafen rund 5 Minuten länger, und die Delta-Wellen des Tiefschlafs, langsame Hirnströme, nahmen um 30 % ab.1 Zudem sank das Schlafhormon Melatonin, und die Personen bewerteten ihren Schlaf schlechter.1

Untersuchte Personen je Studie

Labor20 Min. kürzer133
3 Datensätzenicht bestätigt21.265
Zuhauseohne Befund42.125
Die beiden größeren Studien fanden keinen gesicherten Zusammenhang mit der Mondphase.2 4
  1. Der Schlaf dauerte

    rund 20 Minuten kürzer.1

  2. Das Einschlafen

    dauerte rund 5 Minuten länger.1

  3. Die Delta-Wellen

    des Tiefschlafs nahmen um 30 % ab.1

02die messung zu hause

Was zeigte sich zu Hause?

Forschende aus Lausanne zeichneten den Schlaf von 2.125 Erwachsenen mit einer vollständigen Schlafmessung zu Hause auf.4 Um Vollmond schliefen sie 398 Minuten, bei zu- oder abnehmendem Mond 402 und um Neumond 403 Minuten.4

Der Unterschied von 5 Minuten war statistisch nicht gesichert.4 Auch bei anderen Schlafwerten, den Hirnströmen und dem Stresshormon Cortisol fanden die Forschenden keine Unterschiede.4

Die Grafik zeigt 2 fast gleich hohe Türme aus Blöcken, 1 Block steht für 1 Stunde Schlaf. Links steht der gelbe Turm für Nächte um Vollmond mit durchschnittlich 398 Minuten Schlaf, rechts der blaue Turm für Nächte um Neumond mit 403 Minuten. Der Unterschied von 5 Minuten war statistisch nicht signifikant.

03die widersprüche

Warum widersprechen sich die Studien?

Ein Forschungsteam wertete 3 Datensätze mit zusammen 2.097 Nächten von 1.265 Personen aus und konnte die Befunde des Basler Labors in keinem davon bestätigen.2

Es vermutet eine Publikationsverzerrung: Studien ohne Befund bleiben häufiger unveröffentlicht, und kleine Stichproben liefern leichter Zufallstreffer.2 Fachleute sprechen vom Schubladenproblem.2

Die Grafik streicht die Vermutung „Veröffentlichte Studien bilden alle durchgeführten Studien ab“ durch. Darunter steht als Befund der Satz „Studien ohne Befund bleiben häufiger unveröffentlicht, Fachleute sprechen vom Schubladenproblem“.

04die feldstudie

Was zeigte eine Feldstudie?

Bei 98 Angehörigen der Toba/Qom in Argentinien, die 1 bis 2 Monate Aktivitätsmesser am Handgelenk trugen, begann der Schlaf in den Nächten vor Vollmond später und war kürzer, wenn der Mond schon abends am Himmel stand.3

Je mehr elektrisches Licht es gab, desto kleiner fiel der Unterschied aus: In einer ländlichen Gemeinschaft ohne Strom waren es 25 Minuten, in einer Kleinstadt mit viel elektrischem Licht 11 Minuten.3 Ob das Mondlicht die Ursache ist, ließ sich nicht nachweisen.3

Weniger Schlaf bei Mondlicht am Abend, in Minuten

ohne Stromländlich325
wenig Lichtländlich319
viel LichtKleinstadt311
Mit mehr elektrischem Licht fiel der Unterschied kleiner aus.3

05die erwartung

Warum glauben so viele daran?

In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage nannten 36 % von 1.815 Befragten den Mond als Störfaktor ihres Schlafs; er lag damit vor der Temperatur draußen mit 31 %, Lärm im Haus mit 26 % und schlechtem Wetter mit 22 %.5

Die Klagen über den Mond häuften sich in der Woche nach Vollmond.5 Der Autor der Umfrage, zugleich Erstautor der Basler Laborstudie, vermutet dahinter zumindest teilweise Erwartungen, die das rückblickende Urteil über den eigenen Schlaf prägen.5

Die Grafik zeigt in 4 Reihen, wie viele Befragte einer Online-Umfrage welche Umweltursache für schlechten Schlaf nannten, 1 Figur steht für rund 1 von 10 Befragten: den Mond 36 Prozent (4 Figuren), die Temperatur draußen 31 Prozent (3 Figuren), Lärm im Haus 26 Prozent (3 Figuren) und schlechtes Wetter 22 Prozent (2 Figuren). Klagen über den Mond häuften sich nach Vollmond, der Autor vermutet auch Erwartungseffekte.

06häufige fragen

Häufige Fragen

Schläft man bei Vollmond schlechter?

Das ist nicht gesichert: Eine Laborstudie mit 33 Personen fand rund 20 Minuten weniger Schlaf, größere Studien mit 1.265 und 2.125 Personen fanden keinen gesicherten Unterschied.1 2 4

Wie viel kürzer schläft man bei Vollmond?

In der Basler Laborstudie rund 20 Minuten.1 In einer Lausanner Studie zu Hause waren es 398 gegenüber 403 Minuten um Neumond, ein statistisch nicht gesicherter Unterschied.4

Was ist das Schubladenproblem?

Studien ohne Befund bleiben häufiger unveröffentlicht, und kleine Stichproben liefern leichter Zufallstreffer.2 Ein Forschungsteam sieht darin eine mögliche Erklärung für die widersprüchlichen Studien zum Vollmond.2

Stört das Mondlicht den Schlaf?

Eine Feldstudie in Argentinien fand späteren und kürzeren Schlaf, wenn der Mond schon abends am Himmel stand; ob das Mondlicht die Ursache ist, ließ sich nicht nachweisen.3

07belege

Belege

  1. [1]Cajochen, C., Altanay-Ekici, S., Münch, M., Frey, S., Knoblauch, V., Wirz-Justice, A. (2013). Evidence that the Lunar Cycle Influences Human Sleep. Current Biology 23 (15), 1485–1488. doi.org/10.1016/j.cub.2013.06.029
  2. [2]Cordi, M., Ackermann, S., Bes, F. W., Hartmann, F., Konrad, B. N., Genzel, L., Pawlowski, M., Steiger, A., Schulz, H., Rasch, B., Dresler, M. (2014). Lunar cycle effects on sleep and the file drawer problem. Current Biology 24 (12), R549–R550. doi.org/10.1016/j.cub.2014.05.017
  3. [3]Casiraghi, L., Spiousas, I., Dunster, G. P., McGlothlen, K., Fernández-Duque, E., Valeggia, C., de la Iglesia, H. O. (2021). Moonstruck sleep: Synchronization of human sleep with the moon cycle under field conditions. Science Advances 7 (5), eabe0465. doi.org/10.1126/sciadv.abe0465
  4. [4]Haba-Rubio, J., Marques-Vidal, P., Tobback, N., Andries, D., Preisig, M., Kuehner, C., Vollenweider, P., Waeber, G., Luca, G., Tafti, M., Heinzer, R. (2015). Bad sleep? Don’t blame the moon! A population-based study. Sleep Medicine 16 (11), 1321–1326. doi.org/10.1016/j.sleep.2015.08.002
  5. [5]Cajochen, C. (2026). Who Blames the Moon for Poor Sleep? An Exploratory Online Survey. Clocks & Sleep 8 (2), 36. doi.org/10.3390/clockssleep8020036

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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