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Rubrik: Warum ist das so?Thema: Psychologie

Warum wirkst du sympathischer, als du denkst?

Nach einem ersten Gespräch mit einem fremden Menschen unterschätzen viele, wie sehr ihr Gegenüber sie mag. Fachleute nennen das „Liking Gap“; wie gut die Lücke belegt ist und woher sie kommen könnte, zeigen eine Originalstudie und mehrere Folgestudien.

Stand 21.10.20263 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

swipedichschlau
Slide 1: Warum wirkst du sympathischer, als du denkst?
Slide 2: Du kommst besser an. Nach ersten Gesprächen unterschätzen Menschen, wie sehr andere sie mögen; Fachleute nennen das „Liking Gap“. Die Zeichnung zeigt nach einem Gespräch links eine Person mit unsicherer Miene und rechts Kopfi, der sich freut; zwischen ihnen schweben 2 kleine Sprechblasen. In der Gedankenblase der Person steht ein kleines Herz, in der Gedankenblase von Kopfi ein großes Herz.
Slide 3: Was zeigte die Originalstudie? Die Beteiligten schätzten, ihr Gegenüber gebe ihnen 5,2 von 7 Punkten; es gab 5,8. Auf den Videos konnten Beobachter ablesen, wie sehr sich die beiden mochten. Ihre Gedanken über die eigene Wirkung fielen negativer aus als über das Gegenüber. Laut den Forschenden lenkte Selbstkritik von den Signalen ab.
Slide 4: Wie gut ist der Befund belegt? Folgestudien bestätigen die Lücke, eine davon mit über 2.700 Personen; eine fand sie bei Kindern ab 5 Jahren. Die Grafik ordnet 3 Aussagen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „unklar“ bis „belegt“ ein. Die Lücke selbst ist mehrfach bestätigt und steht bei „belegt“. Selbstkritik als Ursache stützt sich auf die Originalstudie, eine Abwehrhaltung gegenüber Fremden als Ursache auf eine Studie aus China; beide stehen bei „unklar“.
Slide 5: Andere mögen dich mehr, als du ahnst. Wie lange grübelst du nach einem ersten Gespräch noch nach?
Slide 6: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

Nach ersten Gesprächen mit Fremden unterschätzen Menschen durchschnittlich, wie sehr ihr Gegenüber sie mag; Fachleute nennen das „Liking Gap“.1 2 In der Originalstudie schätzten die Beteiligten, ihr Gegenüber gebe ihnen 5,2 von 7 Punkten, tatsächlich waren es 5,8.1 Folgestudien bestätigen die Lücke, ihre Ursache ist aber noch umstritten.2 3 4 5

01die antwort

Mögen dich andere mehr, als du denkst?

Das legen Versuche nahe: An der Yale University unterhielten sich je 2 Fremde rund 5 Minuten lang. Danach gaben beide auf einer Skala von 1 bis 7 an, wie sehr sie ihr Gegenüber mochten und wie sehr es sie vermutlich mochte.1

Durchschnittlich unterschätzten sie, wie sehr ihr Gegenüber sie mochte und ihre Gesellschaft genoss.1 Die Forschenden nennen diese Täuschung „Liking Gap“, die Lücke zwischen vermuteter und tatsächlicher Sympathie.1

Die Zeichnung zeigt nach einem Gespräch links eine Person mit unsicherer Miene und rechts Kopfi, der sich freut; zwischen ihnen schweben 2 kleine Sprechblasen. In der Gedankenblase der Person steht ein kleines Herz, in der Gedankenblase von Kopfi ein großes Herz.

02die originalstudie

Was zeigte die Originalstudie?

Die Beteiligten schätzten, ihr Gegenüber gebe ihnen 5,2 von 7 Punkten; tatsächlich vergaben sie füreinander durchschnittlich 5,8 Punkte.1 Auf den Videos der Gespräche konnten Beobachter ablesen, wie sehr sich die beiden mochten.1

In einem 2. Versuch mit 84 Personen fielen die Gedanken der Beteiligten über die eigene Wirkung negativer aus als ihre Gedanken über das Gegenüber, und dieser Unterschied hing mit der vermuteten Sympathie zusammen.1 Laut den Forschenden lenkte Selbstkritik von den Signalen des Gegenübers ab; gemessen haben sie diese Ablenkung nicht.1

  1. Die Beteiligten

    schätzten, ihr Gegenüber gebe ihnen 5,2 von 7 Punkten; es gab 5,8.1

  2. Auf den Videos

    konnten Beobachter ablesen, wie sehr sich die beiden mochten.1

  3. Ihre Gedanken

    über die eigene Wirkung fielen negativer aus als über das Gegenüber.1

Laut den Forschenden lenkte Selbstkritik von den Signalen ab.1

03die reichweite

Gilt die Lücke auch nach längeren Gesprächen?

In derselben Arbeit zeigte sich die Lücke auch in Gesprächen von 2 bis 45 Minuten, unter Erwachsenen in Workshops im Vereinigten Königreich und über mehrere Monate unter neuen Mitbewohnern im Studentenwohnheim.1 Zum letzten Messzeitpunkt im Wohnheim war sie nicht mehr nachweisbar.1

Untersucht wurden Gespräche zwischen Fremden und erste Eindrücke.1 2 3 5 Für Gespräche mit Freunden, Familie oder Partnern belegen die Studien nichts.

04die beleglage

Wie gut ist der Befund belegt?

Folgestudien bestätigen die Lücke.2 3 5 Eine Auswertung mehrerer Kennenlern-Studien fand sie in der zusammengeführten Stichprobe und in jeder einzelnen Studie.2 Eine Arbeit mit 3 Stichproben und zusammen 2.753 Personen fand sie ebenfalls; dort ging eine größere wahrgenommene Lücke mit geringerem Selbstwert und stärkerer sozialer Ängstlichkeit einher, was einen Zusammenhang und keine Ursache zeigt.3

Eine Studie mit 241 Kindern aus den USA fand die Lücke ab einem Alter von 5 Jahren; das ist der Befund einer einzelnen Studie.4 Eine Metaanalyse zur Liking Gap haben wir nicht gefunden (Stand 18.10.2026).

Die Grafik ordnet 3 Aussagen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „unklar“ bis „belegt“ ein. Die Lücke selbst ist mehrfach bestätigt und steht bei „belegt“. Selbstkritik als Ursache stützt sich auf die Originalstudie, eine Abwehrhaltung gegenüber Fremden als Ursache auf eine Studie aus China; beide stehen bei „unklar“.

05die ursache

Woher kommt die Lücke?

Die Autorinnen und Autoren der Originalstudie sehen einen Hauptgrund darin, dass Menschen nach einem Gespräch vor allem mit ihren eigenen, überwiegend selbstkritischen Gedanken beschäftigt sind.1 Gestützt wird das durch eine statistische Auswertung in ihrem 2. Versuch; die Deutung selbst ist nicht direkt gemessen.1

Eine Arbeit mit 3 Stichproben chinesischer Studierender deutet die Lücke zusätzlich als Abwehrhaltung gegenüber Fremden.5 Sie ergänzt und relativiert damit die Selbstkritik-Deutung; welche Erklärung mehr zur Lücke beiträgt, ist offen.1 5

06häufige fragen

Häufige Fragen

Was ist die Liking Gap?

Die Liking Gap ist die Lücke zwischen der Sympathie, die du nach einem ersten Gespräch bei deinem Gegenüber vermutest, und der Sympathie, die es tatsächlich empfindet; durchschnittlich wird sie unterschätzt.1

Gibt es die Liking Gap auch bei Kindern?

Eine Studie mit 241 Kindern aus den USA fand sie ab einem Alter von 5 Jahren; es ist ein Einzelbefund.4

Warum unterschätzen wir, wie sympathisch wir wirken?

Das ist noch umstritten. Die Originalstudie deutet die Lücke mit Selbstkritik, eine Studie aus China zusätzlich mit einer Abwehrhaltung gegenüber Fremden.1 5

Gilt das auch für Freunde oder den Partner?

Untersucht wurden vor allem Gespräche zwischen Fremden und erste Eindrücke; für Gespräche mit Freunden, Familie oder Partnern belegen die Studien nichts.1 2 3 5

07belege

Belege

  1. [1]Boothby, E. J., Cooney, Sandstrom & Clark (2018). The Liking Gap in Conversations: Do People Like Us More Than We Think? Psychological Science 29 (11), 1742–1756. doi.org/10.1177/0956797618783714
  2. [2]Sprecher, S. (2026). Liking gap(s) in getting-acquainted interactions. The Journal of Social Psychology 166 (5), 650–655. doi.org/10.1080/00224545.2025.2576765
  3. [3]Tissera, Elsaadawy, Cooney, Human & Carlson (2025). Evaluating the psychological and social nature of actual and perceived liking gaps. Journal of Personality and Social Psychology 128 (4), 967–982. doi.org/10.1037/pspp0000548
  4. [4]Wolf, Nafe & Tomasello (2021). The Development of the Liking Gap: Children Older Than 5 Years Think That Partners Evaluate Them Less Positively Than They Evaluate Their Partners. Psychological Science 32 (5), 789–798. doi.org/10.1177/0956797620980754
  5. [5]Li, Zhong & Mo (2020). Negative Deviation Effect in Interpersonal Communication: Why People Underestimate the Positivity of Impression They Left on Others. Psychology Research and Behavior Management 13, 733–745. doi.org/10.2147/PRBM.S258057

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 21.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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