01die zahl
Wie viele junge Erwachsene fühlen sich einsam?
2021 fühlten sich 14,1 % der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland häufiger als „manchmal“ einsam; damit war etwa jeder 7. junge Erwachsene betroffen.1 2 Über alle Erwachsenen ab 18 Jahren lag der Anteil bei 11,3 %.1 2
Die Zahlen stammen aus dem Einsamkeitsbarometer 2024 des Bundesfamilienministeriums.1 Es wertet das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) aus, eine repräsentative jährliche Langzeitbefragung in Deutschland.1
02die messung
Wie wurde Einsamkeit gemessen?
2021 beantworteten im SOEP 20.015 Erwachsene 3 Fragen aus einer Kurzform der UCLA-Einsamkeitsskala.1 2 Gefragt wurde, wie oft ihnen die Gesellschaft anderer fehlt, wie oft sie sich außen vor fühlen und wie oft sie sich sozial isoliert fühlen.1 Die 3 Fragen gehen auf eine kurze Skala zurück, die für große Telefonbefragungen entwickelt wurde.3
Geantwortet wurde auf einer Skala von „nie“ bis „sehr oft“; aus den 3 Antworten bildeten die Forschenden einen Mittelwert.1 Als erhöht belastet galt, wer dabei über „manchmal“ lag.1 Einen wissenschaftlichen Konsens über diese Schwelle gibt es laut Bericht nicht.1
Im Jahr 2021
beantworteten 20.015 Erwachsene 3 Fragen.2
Als einsam galt, wer durchschnittlich häufiger als „manchmal“ antwortete.1
03die altersgruppen
Wie einsam sind andere Altersgruppen?
2021 lag der Anteil bei den 30- bis 50-Jährigen bei 12,3 %, bei den 51- bis 75-Jährigen bei 9,8 % und bei den über 75-Jährigen bei 10,2 %.2 In den beiden Gruppen ab 51 Jahren waren es also jeweils rund 10 %.1 2
Nicht jeder Abstand zwischen 2 Altersgruppen ist statistisch gesichert; gesichert ist etwa, dass die 18- bis 29-Jährigen häufiger einsam waren als die 51- bis 75-Jährigen.2
Vor der Pandemie sah die Reihenfolge anders aus: 2013 lag der Anteil bei den über 75-Jährigen mit 11,4 % am höchsten, bei den 18- bis 29-Jährigen bei 6,4 %.2
Erhöhte Einsamkeit 2021 in Prozent1 2
04der verlauf
Was hat sich seit 2017 verändert?
Bei den 18- bis 29-Jährigen lag der Anteil 2017 bei 8,6 %.1 2 In einer Sonderbefragung von April bis Juni 2020, zur Zeit der Kontaktbeschränkungen, stieg er auf 31,8 %, und 2021 sank er auf 14,1 %, blieb aber signifikant über den Werten von 2013 und 2017.1 2
Über alle Erwachsenen stieg der Anteil von 7,6 % im Jahr 2017 auf 28,2 % im Frühjahr 2020 und lag 2021 bei 11,3 %.1 Die Älteren lagen 2021 wieder etwa auf dem Stand vor der Pandemie.1
Verglichen werden dabei stets Menschen derselben Altersgruppe, nicht dieselben Menschen über die Jahre.1

05die einordnung
Sind einsame Menschen auch isoliert?
Nicht zwangsläufig. Einsamkeit ist ein empfundener Mangel an Beziehungen, also eine subjektive Wahrnehmung; soziale Isolation bezeichnet dagegen den objektiven Umstand, sehr wenig Kontakt zu nahestehenden Menschen zu haben.1 In einer US-Studie mit 2.182 älteren Erwachsenen hing beides nur mäßig eng zusammen.3
Für unter 18-Jährige enthält das Barometer keine Werte, und Menschen in Heimen befragt das SOEP nicht.1 Neuere Werte nach Altersgruppen mit derselben Messung haben wir nicht gefunden (Stand 18.10.2026).
Wenn dich Einsamkeit belastet, erreichst du die TelefonSeelsorge Tag und Nacht anonym und kostenfrei unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123.

06häufige fragen
Häufige Fragen
Wie viele Menschen in Deutschland fühlen sich einsam?
2021 fühlten sich nach dem Einsamkeitsbarometer 11,3 % der Erwachsenen ab 18 Jahren häufiger als „manchmal“ einsam.1 2
Sind junge Menschen einsamer als ältere?
2021 lag der Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen mit 14,1 % am höchsten, in den Gruppen ab 51 Jahren bei rund 10 %.1 2 Vor der Pandemie, 2013, lagen dagegen die über 75-Jährigen vorn.2
Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und sozialer Isolation?
Einsamkeit ist ein empfundener Mangel an Beziehungen, soziale Isolation bezeichnet objektiv sehr wenig Kontakt; einsame Menschen sind deshalb nicht zwangsläufig isoliert.1
Wo bekomme ich Hilfe, wenn mich Einsamkeit belastet?
Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht anonym und kostenfrei erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123.
07belege
Belege
- [1]Schobin, J., Arriagada, C., Gibson-Kunze, M. (Kompetenznetz Einsamkeit, ISS) für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024). Einsamkeitsbarometer 2024. Langzeitentwicklung von Einsamkeit in Deutschland. www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/service/publikationen/einsamkeitsbarometer-2024-237576, abgerufen am 18.10.2026
- [2]Schobin, J., Arriagada, C., Gibson-Kunze, M. (Kompetenznetz Einsamkeit, ISS) für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024). Einsamkeitsbarometer 2024. Statistischer Anhang. www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240530/202a23f5f7578717543cf43711621f35/einsamkeitsbarometer-2024-statistischer-anhang-data.pdf, abgerufen am 18.10.2026
- [3]Hughes, M. E., Waite, L. J., Hawkley, L. C., Cacioppo, J. T. (2004). A short scale for measuring loneliness in large surveys: results from two population-based studies. Research on Aging 26 (6), 655–672. doi.org/10.1177/0164027504268574
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