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Rubrik: Warum ist das so?Thema: Psychologie

Warum empfindest du Gruseln als angenehm?

Im Gruselhaus empfindest du echte Angst, obwohl keine echte Gefahr droht. Eine Feldstudie mit Pulsmessern zeigt, dass das Vergnügen bei mittlerer Angst am größten war; warum das so ist, deuten Forschende als eine Form von Spiel.

Stand 20.10.20264 Min. Lesezeit5 Belege

Der Beitrag als Karussell

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Slide 1: Warum empfindest du Gruseln als angenehm? Vor dem dunklen Eingang eines Gruselhauses hebt ein freundliches Laken-Gespenst, unter dessen Saum 2 Schuhe hervorschauen, die Arme; eine Person mit lockiger dunkler Haarwolke und gelbem Pulli reißt daneben die Arme hoch und lacht, über ihr ein rosa Herz mit Pulslinie; daneben steht Kopfi klein mit fragender Miene.
Slide 2: Du erlebst Angst ohne Gefahr. Forschende deuten Gruseln als Spiel, bei dem du Angst erlebst, ohne in echter Gefahr zu sein. Die Zeichnung zeigt auf einer blauen Bühne links den dunklen Rundbogen-Eingang eines Gruselhauses mit einem kleinen Spinnennetz. Davor hebt ein Gespenst aus einem weißen Laken die Arme; es hat ovale Augen, einen runden Mund und rosa Wangen, und unter dem Laken schauen 2 gelbe Schuhe hervor. In der Mitte reißt eine Person erschrocken und zugleich lachend die Arme hoch, über ihr schwebt ein rosa Herz mit einer Pulslinie. Rechts steht Kopfi und schaut neugierig zu.
Slide 3: Wie lief der Versuch ab? Im Gruselhaus trugen 110 Besuchende Pulsmesser. Kameras filmten sie an 3 Schreckstellen. Danach bewerteten sie Angst und Vergnügen von 0 bis 9. Eine Feldstudie verband Messwerte mit den Angaben der Besuchenden.
Slide 4: Wie viel Angst gefällt? Am größten war das Vergnügen bei mittlerer Angst; bei wenig oder sehr viel Angst war es geringer. Die Grafik zeigt ein Schema: Waagrecht steht die angegebene Angst von wenig über mittel bis viel, senkrecht das Vergnügen. Eine gelbe Kurve steigt zunächst an, erreicht über dem mintfarbenen Bereich für mittlere Angst ihren höchsten Punkt, beschriftet mit „am meisten Vergnügen“, und fällt bei viel Angst wieder ab. Die Kurve zeigt nur die Form des Zusammenhangs in einer Feldstudie, keine Messwerte. Das galt für die 3 Schreckstellen; für den ganzen Rundgang zeigte sich der Zusammenhang nicht.
Slide 5: Was verriet der Puls? Je mehr Angst die Besuchenden angaben, desto höher lag ihr Puls. Größere Ausschläge des Pulses über längere Zeit gingen mit mehr Angst einher. Kurze Schwankungen mittlerer Stärke gingen mit dem meisten Vergnügen einher. Angst und Vergnügen gingen mit verschiedenen Pulsmustern einher.
Slide 6: Besserte sich die Stimmung? In einer Studie mit 262 Erwachsenen gaben danach vor allem jene bessere Stimmung an, die vorher müde, gelangweilt oder gestresst waren. Die Grafik stellt eine Vermutung und einen Befund untereinander. Durchgestrichen ist die Vermutung, nach so viel Angst fühle man sich schlechter als vorher. Darunter steht der Befund einer Studie: Die Befragten gaben nach dem Besuch eines Gruselhauses eine bessere Stimmung an als davor.
Slide 7: Was ist gemessen? Gemessen sind Zusammenhänge aus einzelnen Studien; der sichere Rahmen ist bisher eine Deutung der Forschenden. Die Grafik ordnet 4 Erklärungen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „Deutung“ bis „gemessen“ ein. Erregung in Maßen steht bei „gemessen“, weil eine Feldstudie sie als kurze Pulsschwankungen mittlerer Stärke erfasst hat. Auch der eigene Wunsch steht bei „gemessen“: Wer aus eigenem Wunsch kam, gab in derselben Feldstudie mehr Vergnügen an. Der sichere Rahmen steht bei „Deutung“, weil Forschende ihn als Erklärung annehmen, ohne ihn gemessen zu haben. Die Erleichterung danach steht ebenfalls bei „Deutung“; diese Theorie ist laut einer Übersichtsarbeit kaum geprüft. Die Stufe „spricht dagegen“ bleibt leer.
Slide 8: Mittlere Angst gefällt am besten. Wie sehr genießt du einen guten Schreck auf einer Skala von 0 bis 9?
Slide 9: Die Slide listet die 5 Belege mit vollständiger Angabe auf. KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle.

Kurz gesagt

Forschende deuten Gruseln als Spiel, bei dem du Angst erlebst, ohne in echter Gefahr zu sein.1 In einer Feldstudie in einem Gruselhaus war das Vergnügen an 3 Schreckstellen bei mittlerer Angst am größten, bei wenig oder sehr viel Angst geringer.1 In einer Studie mit 262 Erwachsenen gaben die Befragten nach dem Gruselhaus eine bessere Stimmung an als davor, vor allem jene, die vorher müde, gelangweilt oder gestresst waren.2

01die antwort

Warum gefällt dir ein guter Schreck?

Im Gruselhaus empfindest du echte Angst, obwohl keine echte Gefahr droht; Forschende deuten das als eine Form von Spiel.1 Danach bietet dir Gruseln die Gelegenheit, Angst und verwandte Gefühle ohne Risiko zu erleben.1

Gemessen ist dieser sichere Rahmen bisher nicht; er ist eine Deutung der Forschenden.1 4 Eine ältere Theorie erklärt das Vergnügen mit der Erleichterung, wenn die Bedrohung vorüber ist; laut einer Übersichtsarbeit haben sie aber nur sehr wenige Studien geprüft.3

Gemessen ist dagegen, wie Angst und Vergnügen zusammenhängen: In einer Feldstudie war das Vergnügen bei mittlerer Angst am größten.1 Angst und Vergnügen schließen sich also nicht aus.1

Die Zeichnung zeigt auf einer blauen Bühne links den dunklen Rundbogen-Eingang eines Gruselhauses mit einem kleinen Spinnennetz. Davor hebt ein Gespenst aus einem weißen Laken die Arme; es hat ovale Augen, einen runden Mund und rosa Wangen, und unter dem Laken schauen 2 gelbe Schuhe hervor. In der Mitte reißt eine Person erschrocken und zugleich lachend die Arme hoch, über ihr schwebt ein rosa Herz mit einer Pulslinie. Rechts steht Kopfi und schaut neugierig zu.

02der versuch

Wie lief die Feldstudie ab?

In einem dänischen Gruselhaus trugen 110 Besuchende im Alter von 12 bis 57 Jahren Pulsmesser; ausgewertet wurden 92 von ihnen.1 Kameras filmten sie an 3 vorab festgelegten Schreckstellen.1

Direkt nach dem Ausgang bewerteten die Besuchenden auf einer Skala von 0 bis 9 ihre Angst und ihr Vergnügen, einmal für den ganzen Rundgang und einmal für jede der 3 Schreckstellen.1 Für den ganzen Rundgang gaben sie durchschnittlich ein Vergnügen von 6,95 und eine Angst von 5,71 an.1

Sie hatten zudem erwartet, sich zu fürchten, und empfanden den Rundgang als eine Form von Spiel.1

  1. Im Gruselhaus

    trugen 110 Besuchende Pulsmesser.1

  2. Kameras filmten

    sie an 3 Schreckstellen.1

  3. Danach bewerteten

    sie Angst und Vergnügen von 0 bis 9.1

Eine Feldstudie verband Messwerte mit den Angaben der Besuchenden.1

03die dosis

Wie viel Angst gefällt?

An den 3 Schreckstellen war das Vergnügen bei mittlerer Angst am größten; bei wenig oder sehr viel Angst war es geringer.1 Die Forschenden sprechen von einem umgekehrten U und schließen daraus auf ein günstiges Maß an Angst.1 Für den ganzen Rundgang zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.1

Frauen gaben mehr Angst und weniger Vergnügen an als Männer, und wer aus eigenem Wunsch gekommen war, gab mehr Vergnügen an.1

Der Befund stammt aus 1 Feldstudie, die nicht vorab registriert war; die Forschenden fordern eine Wiederholung.1 Offen ist auch, ob er sich auf Horrorfilme oder Achterbahnen übertragen lässt.1

SCHEMAam meisten Vergnügenwenigmittelvielangegebene AngstVergnügen

Das galt für die 3 Schreckstellen; für den ganzen Rundgang zeigte sich der Zusammenhang nicht.1

04der puls

Was verriet der Puls?

Je mehr Angst die Besuchenden angaben, desto schneller schlug ihr Herz; mit dem Vergnügen hing die Höhe des Pulses dagegen nicht zusammen.1 Größere, langsame Ausschläge des Pulses im Bereich von 10 Sekunden und mehr gingen ebenfalls mit mehr Angst einher.1

Kurze Schwankungen im Bereich von Sekunden hingen dagegen mit dem Vergnügen zusammen: Am meisten Vergnügen gaben die Besuchenden bei Schwankungen mittlerer Stärke an.1

Die Grafik ordnet 4 Erklärungen auf einer Leiste von „spricht dagegen“ über „Deutung“ bis „gemessen“ ein. Erregung in Maßen steht bei „gemessen“, weil eine Feldstudie sie als kurze Pulsschwankungen mittlerer Stärke erfasst hat. Auch der eigene Wunsch steht bei „gemessen“: Wer aus eigenem Wunsch kam, gab in derselben Feldstudie mehr Vergnügen an. Der sichere Rahmen steht bei „Deutung“, weil Forschende ihn als Erklärung annehmen, ohne ihn gemessen zu haben. Die Erleichterung danach steht ebenfalls bei „Deutung“; diese Theorie ist laut einer Übersichtsarbeit kaum geprüft. Die Stufe „spricht dagegen“ bleibt leer.
  1. Je mehr Angst

    die Besuchenden angaben, desto schneller schlug ihr Herz.1

  2. Größere Ausschläge

    des Pulses über längere Zeit gingen mit mehr Angst einher.1

  3. Kurze Schwankungen

    mittlerer Stärke gingen mit dem meisten Vergnügen einher.1

Angst und Vergnügen gingen mit verschiedenen Pulsmustern einher.1

05die stimmung

Bessert Gruseln die Stimmung?

In einer Studie mit 262 Erwachsenen gaben die Befragten nach dem Besuch eines Gruselhauses eine bessere Stimmung an als davor, vor allem jene, die vorher müde, gelangweilt oder gestresst waren.2 Es handelt sich um ihre eigenen Angaben vor und nach dem Besuch.2

Eine Befragung von 310 Personen in den USA im April 2020 ergab, dass Horrorfans während der Pandemie weniger psychisch belastet waren.4 Das ist ein Zusammenhang und kein Nachweis einer Wirkung; die Forschenden vermuten, dass Horror den Umgang mit Angst in sicherem Rahmen übt.4

Nicht alle gruseln sich aus denselben Gründen: In 2 Befragungen in den USA und in Dänemark unterschieden Forschende 3 Typen von Horrorfans, die vor allem von unmittelbarem Vergnügen, von persönlichem Wachstum oder von beidem berichteten.5

Die Grafik stellt eine Vermutung und einen Befund untereinander. Durchgestrichen ist die Vermutung, nach so viel Angst fühle man sich schlechter als vorher. Darunter steht der Befund einer Studie: Die Befragten gaben nach dem Besuch eines Gruselhauses eine bessere Stimmung an als davor.

06häufige fragen

Häufige Fragen

Warum gruseln wir uns gerne?

Forschende deuten Gruseln als Spiel, bei dem du Angst erlebst, ohne in echter Gefahr zu sein.1 In einer Feldstudie war das Vergnügen bei mittlerer Angst am größten.1

Macht mehr Angst mehr Spaß?

Nein, in der Feldstudie im Gruselhaus war das Vergnügen bei sehr viel Angst wieder geringer; am größten war es bei mittlerer Angst.1

Fühlt man sich nach einem Gruselhaus besser?

In einer Studie mit 262 Erwachsenen gaben die Befragten danach eine bessere Stimmung an als davor, vor allem jene, die vorher müde, gelangweilt oder gestresst waren.2

Gruseln sich Frauen und Männer gleich?

In der Feldstudie gaben Frauen mehr Angst und weniger Vergnügen an als Männer.1 Auch laut einer Übersichtsarbeit ist das Geschlecht der beständigste Unterschied darin, wie Menschen auf Horrorfilme reagieren.3

07belege

Belege

  1. [1]Andersen, M. M., Schjoedt, U., Price, H., Rosas, F. E., Scrivner, C., Clasen, M. (2020). Playing With Fear: A Field Study in Recreational Horror. Psychological Science 31 (12), 1497–1510. doi.org/10.1177/0956797620972116
  2. [2]Kerr, M., Siegle, G. J., Orsini, J. (2019). Voluntary arousing negative experiences (VANE): Why we like to be scared. Emotion 19 (4), 682–698. doi.org/10.1037/emo0000470
  3. [3]Martin, G. N. (2019). (Why) Do You Like Scary Movies? A Review of the Empirical Research on Psychological Responses to Horror Films. Frontiers in Psychology 10, 2298. doi.org/10.3389/fpsyg.2019.02298
  4. [4]Scrivner, C., Johnson, J. A., Kjeldgaard-Christiansen, J., Clasen, M. (2021). Pandemic practice: Horror fans and morbidly curious individuals are more psychologically resilient during the COVID-19 pandemic. Personality and Individual Differences 168, 110397. doi.org/10.1016/j.paid.2020.110397
  5. [5]Scrivner, C., Andersen, M. M., Schjødt, U., Clasen, M. (2023). The Psychological Benefits of Scary Play in Three Types of Horror Fans. Journal of Media Psychology 35 (2), 87–98. doi.org/10.1027/1864-1105/a000354

KI-gestützt recherchiert, von Menschen geprüft. Jede Aussage mit Quelle. Stand: 20.10.2026. Hast du einen Fehler entdeckt? Wir korrigieren ihn offen; die Einzelheiten stehen unter Korrekturen.

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